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geben

aus AufEinWort, der freien Forschung
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geb + en | ‘(hinreichen, darreichen) reichen, schenken, überlassen’; an sich ein Haben durch reichendes anbieten jemand nehmen lassen (21. Jh. ndt.);

gab,geb,gieb,gebe,gibst,gibt,gäbe,gib,gebt,gegeben,Geben

Durch geben überträgt man Besitz, Eigentum, Nutzungsrecht und oder Verbrauchsrecht von einem Wesen zu einem anderen Wesen. Das was gegeben wird, ist die Gabe und bedingt den freien Willen des Gebens und damit die Übereinstimmung zu geben; das Geben einer Gabe bedingt ein übereinstimmendes selbstbestimmtes Nehmen. Sind diese Bedingungen nicht gegenwärtig, so wird Geben zu einem Aufzwingen, Aufdrängen oder Nehmen zu erheischen bis Raub; übergeordnet bedingt wohlwollendes auf Wohlergehen ausgerichtetes Geben und Nehmen, daß es für beide zum Vorteil dienlich ist, weder den Geber noch den Nehmer dadurch schwächt und sollte es schwächen, die entstehende Schwäche so ausgeglichen wird, daß der Zustand der gegenseitigen Stärkung erreicht wird oder erhalten bleibt (21. Jh. ndt.).

¦⊗¦ (hin-, dar)reichen, schenken, überlassen; uig. *gʰebʰ-e-ti; ugerm. *gebaną; uwgerm. *geban; germ. *geban; ahd. geban (8. Jh.), mhd. geben,

asächs. geƀan, mnd. gēven, mnl. ghēven, nl. geven, aengl. giefan (engl. to give ist aus dem Nord. entlehnt), anord. gefa, schwed. giva, got. giban;

Das Verb wird allgemein mit

lat. habēre ‘halten, haben, besitzen’, habilis ‘handlich, geeignet’, air. gaibid ‘nimmt, ergreift, erhält’, lit. gabénti ‘fördern, transportieren, herbeischaffen, fortschaffen’, aruss. gabati ‘bedrängen, verfolgen (?)’, tschech. (älter) habati ‘raffen’, poln. gebać ‘anfechten, reizen, beunruhigen’

zu der in mehreren Varianten vorliegenden Ww. uig. *ghabh-, *ghab-, *ghap- ‘fassen, nehmen’ (die letzte Variante wohl unter Einfluß der Ww. uig. *kap- ‘fassen’, siehe heben) gestellt.

Der auffallende Bedeutungsunterschied zwischen den germ. Vertretern und dem uig. Wurzelansatz (‘geben’ – ‘nehmen’) wird damit erklärt, daß hier eine germ. Eigenbildung als Ersatz für uig. *dō- ‘geben’ vorliegt, die sowohl lautlich (im Selbstlautwirkweise der Stammsilbe) wie inhaltlich unter dem Einfluß von ger. *neman (siehe nehmen) als Gegenwort steht (was man hat, auswählend ergreift, „nimmt“, kann man darreichen, schenken, „geben“).