Staatsrechte
Staatsrecht-e 'staatliche Rechte' Mz. —Nwf. z. Staatsrecht
Staatsrecht (Deutschland)
Die Abgrenzung von Staatsrecht und Verfassungsrecht
Staatsrechtslehre
Verfassung
Staatsorganisation
Daher sind im Bereich der Legislative die Organe des Bundestages und des Bundesrates zu nennen. Die gesetzgebende Gewalt liegt beim Parlament. Das Parlament ist daher die Leitgewalt in der Demokratie.[10]
Im Bereich der Exekutive ist die Bundesregierung mit dem Bundeskanzler an der Spitze zu nennen. Auch der Bundespräsident als höchster Repräsentant des Staates (Staatsoberhaupt) ist Staatsorgan.
Die Judikative ist dagegen nur im Bereich der Bundesgerichte geregelt. Das Grundgesetz überlässt es ansonsten dem Gesetzgeber, Vorschriften über die Gerichtsverfassung der einzelnen Gerichtsbarkeiten zu erlassen, was für die ordentlichen Gerichte mit dem Gerichtsverfassungsgesetz(GVG) geschehen ist.
Wichtiger Bestandteil des Staatsrechts ist die Kompetenzverteilung und der Vorgang der Gesetzgebung, geregelt in Art. 70 bis Art. 82 GG. Insbesondere bei föderativen Staaten, die sowohl die horizontale als auch die vertikale Gewaltenteilung verfassungsrechtlich verankert haben, bedarf es klarer Regelungen im Verhältnis zwischen der Bundesebene und den einzelnen Gliedstaaten.Grundrechte
Übergangsregelungen und Ewigkeitsklauseln
Verfassungsgerichtsbarkeit
Auf Bundesebene ist die besondere Verfassungsrechtsprechung dem Bundesverfassungsgericht (BVerfG) als einem Verfassungsorgan anvertraut. Auch wenn die Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts Gesetzeskraft entfalten können, so ist das BVerfG doch ein Organ der rechtsprechenden Gewalt (Judikative). Die Einrichtung und die Zuständigkeiten ergeben sich aus dem Grundgesetz selbst und dem Bundesverfassungsgerichtsgesetz (BVerfGG).
Die Bundesländer haben in ihren Landesverfassungen entsprechende Landesverfassungsgerichte eingerichtet, die manchmal auch Staatsgerichtshof oder Verfassungsgericht(shof) genannt werden.Literatur
- Eike Albrecht, Benjamin Küchenhoff: Staatsrecht – Lehrbuch. 3. Auflage, Erich Schmidt Verlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-503-15883-6.
- Peter Badura: Staatsrecht. Systematische Erläuterung des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland. 5. Auflage, C.H. Beck, München 2012, ISBN 978-3-406-57055-1.
- Christoph Degenhart: Staatsrecht I – Staatsorganisationsrecht. 22. Auflage, C.F. Müller, Heidelberg 2006, ISBN 3-8114-8003-0.
- Jörn Ipsen: Staatsrecht I. Staatsorganisationsrecht. 24. Auflage, Vahlen, München 2012, ISBN 978-3-8006-3979-3.
- Josef Isensee, Paul Kirchhof (Hrsg.): Handbuch des Staatsrechts der Bundesrepublik Deutschland. 10 Bände, C.F. Müller, Heidelberg 1987 ff., 3. Auflage 2000.
- Alfred Katz, Gerald G. Sander: Staatsrecht. Grundlagen – Staatsorganisation – Grundrechte. 19. Auflage, C.F. Müller, Heidelberg 2019, ISBN 978-3-8114-9877-8.
- Michael Kloepfer: Verfassungsrecht I. Grundlagen Staatsorganisationsrecht, Bezüge zum Völker- und Europarecht. C.H. Beck, München 2011, ISBN 978-3-406-59526-4.
- Hartmut Maurer: Staatsrecht I. Grundlagen, Verfassungsorgane, Staatsfunktionen. 6. Auflage, C.H. Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-59528-8.
- Ingo von Münch, Ute Mager: Staatsrecht I. Staatsorganisationsrecht unter Berücksichtigung der europarechtlichen Bezüge. 7. Auflage, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-17-020786-8.
- Bodo Pieroth, Bernhard Schlink: Staatsrecht II – Grundrechte. 22. Auflage, C.F. Müller, Heidelberg 2006, ISBN 3-8114-8010-3.
- Klaus Stern: Das Staatsrecht der Bundesrepublik Deutschland. 5 Bände (ab Bd. III/1 in Verbindung mit Michael Sachs und Johannes Dietlein, Bd. IV/1 und IV/2), 2. Auflage, C.H. Beck, München 1984 ff.
- Reinhold Zippelius, Thomas Würtenberger: Deutsches Staatsrecht. 32. Auflage, C.H. Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-57055-1.
Weblinks
- staatsrecht.honikel.de – Einführung in das Staatsrecht
- Christoph Degenhart (2005): Staatsorganisationsrecht, in: Harry Westermann (Begründer): Schwerpunkte: eine systematische Darstellung der wichtigsten Rechtsgebiete anhand von Fällen, Band 13, 21. Auflage
- Alfred Katz (1996): Staatsrecht. Grundkurs im öffentlichen Recht, 13. Auflage
- Paul Kirchhof (Hrsg.), Charlotte Kreuter-Kirchhof (2009): Staats- und Verwaltungsrecht Bundesrepublik Deutschland: mit Europarecht, 47. Auflage
- Dieter Schmalz (1990): Staatsrecht, 2. Auflage
- Ekkehart Stein, Götz Frank (2004): Staatsrecht (Mohr-Lehrbuch), 19. Auflage
Einzelnachweise
- Jörn Ipsen: Staatsorganisationsrecht, 18. Aufl., Neuwied 2006, Rn. 21; Christoph Möllers: Staat als Argument, München 2000, S. 173 ff.
- Josef Wintrich: Aufgaben, Wesen und Grenzen der Verfassungsgerichtsbarkeit, 1956, zit. nach Joachim Jens Hesse, Thomas Ellwein: Das Regierungssystem der Bundesrepublik Deutschland, 8. Aufl., Band 1: Text, Westdeutscher Verlag, Opladen/Wiesbaden 1997, S. 412.
- Maurer: Staatsrecht I, 3. Aufl., München 2004, Rn. 39.
- Klaus Stern: Das Staatsrecht der Bundesrepublik Deutschland, 2. Aufl. 1984, Bd. 1 III 2.
- So Konrad Hesse: Grundzüge des Verfassungsrechts der Bundesrepublik Deutschland, 20. Aufl., Heidelberg 1995, Rn. 18.
- Böckenförde verwendet einen Staatsbegriff, der nicht das gesamte Gemeinwesen, sondern nur die Staatsorganisation bezeichnet. Ernst Wolfgang Böckenförde: Die Eigenart des Staatsrechts in der Staatsrechtswissenschaft. In: Festschrift für Hans Ulrich Scupin (1983), S. 317 ff.
- Peter Badura: Staatsrecht, 3. Aufl., München 2003.
- Satzung der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer e. V., § 1, abgerufen am 8. Dezember 2010 (Mementovom 6. Mai 2010 im Internet Archive).
- Satzung der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer e. V., §§ 3 und 4, abgerufen am 8. Dezember 2010(Memento vom 6. Mai 2010 im Internet Archive).
- Horst Dreier: Grundgesetz-Kommentar. Bd. II, Art. 20 Rn. 76 ff., 88 ff., 109 ff.