ewige Vernunft
Erscheinungsbild
Platons Schüler Aristoteles kritisiert Platons Ideenlehre grundlegend mit seiner Vorstellung, dass alle Gegenstände aus Stoff (hyle) und Form (eidos) bestehen, wobei sich diese beiden Bestandteile niemals voneinander trennen lassen. Die Formen wären dennoch insgesamt in der ewigen Vernunft des „unbewegten Bewegers“ vorhanden, an der die Menschen Anteil hätten.[1] Die Vermittlung zwischen der werdenden subjektiven Vernunft des Menschen und der in ihm anwesenden ewigen Vernunft werde durch den göttlichen Zugriff der „Hypolepsis“ möglich. Diese Sicht des Aristoteles scheint in der Geschichte vergessen worden zu sein, die jedoch durch die moderne Aristotelesforschung wiederentdeckt worden ist.[2]
Einzelnachweise
- ↑ Vgl. Aristoteles’ Schrift Über die Seele.
- ↑ Vgl. Werner Theobald, Hypolepsis: Mythische Spuren bei Aristoteles, (Taschenb.), academia Richarz (1999).