Zum Inhalt springen

ätzen

aus AufEinWort, der freien Forschung
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 25. Januar 2026 um 11:13 Uhr durch Nikolaos (Diskussion | Beiträge).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

ätzen Vb. ‘mit chemischen Mitteln, besonders Säuren und Laugen, zerstörend auf die Oberfläche eines festen Stoffes einwirken’; vgl. Ätzen

  • ahd. ezzen (9. Jh.),
  • mhd. etzen, atzen
  • ist ein kausatives Verb zu
    • ahd. eʒʒan,
    • mhd. eʒʒen ‘essen, fressen’ (s. essen)
  • und bedeutet ursprünglich ‘essen lassen, mit Nahrung versorgen’,
  • bis ins 16. Jh. auch häufig ‘vom Vieh abweiden lassen’.
  • Daß diese Bildung im Germ. allgemein üblich ist, zeigen die gleichbed. Entsprechungen
    • mnd. mnl. nl. etten,
    • aengl. ettan,
    • anord. etja
  • sowie das Simplex von
    • got. fraatjan ‘zum Essen austeilen’.
  • Im Dt. herrscht heute allein der von der Vorstellung des Zerfressenwerdens eines Stoffes durch Chemikalien ausgehende fachsprachliche Gebrauch (s. auch beizen), der sich seit der 1. Hälfte des 15. Jhs. (zunächst in der Medizin, später vor allem in der Drucktechnik, Metallbearbeitung und Chemie) durchzusetzen beginnt, aber bereits in Glossenbelegen des 9. bis 12. Jhs. für ahd. ezzen (‘mit scharfer Flüssigkeit reinigen’) nachweisbar ist. Der alte Wortsinn bleibt im Jagdwesen erhalten, wo die umgelautete Form des Verbs gelegentlich (bis ins 20. Jh.) neben atzen (s. d.) verwendet wird. –