Zum Inhalt springen

Kratylismus

aus AufEinWort, der freien Forschung
Dies ist eine alte Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 30. Januar 2026 um 11:47 Uhr durch Nikolaos (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: „Der Literaturwissenschaftler Gérard Genette veröffentlichte 1976 seine umfangreiche Untersuchung ''Mimologiques''(deutsch ''Mimologiken''), in der er die Geschichte des „mimologischen“ Diskurses analysiert, das heißt der Sprachkonzeptionen, die von einem Nachahmungsverhältnis zwischen Wörtern und Dingen ausgehen. Darin befasst er sich auch ausführlich mit dem ''Kratylos'', den er als „Gründungstext, Matrix und Programm“ der mimologische…“). Sie kann sich erheblich von der aktuellen Version unterscheiden.
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Der Literaturwissenschaftler Gérard Genette veröffentlichte 1976 seine umfangreiche Untersuchung Mimologiques(deutsch Mimologiken), in der er die Geschichte des „mimologischen“ Diskurses analysiert, das heißt der Sprachkonzeptionen, die von einem Nachahmungsverhältnis zwischen Wörtern und Dingen ausgehen. Darin befasst er sich auch ausführlich mit dem Kratylos, den er als „Gründungstext, Matrix und Programm“ der mimologischen Tradition bezeichnet. Genette unterscheidet zwischen dem „primären Kratylismus“ des Kratylos, der das mimologische Konzept auf die reale Sprache anwende, und dem „sekundären Kratylismus“ Platons und des platonischen Sokrates. Die Vertreter des sekundären Kratylismus hätten sich von dem naiven Denken des primären gelöst, hielten aber an dem Grundgedanken eines sprachlichen Naturzustandes fest, wenngleich sie einräumten, dass er historisch nie verwirklicht worden sei.[1] (Quelle: Kratylos vorletzter Absatz)

  1. ↑ Gérard Genette: Mimologiken. Reise nach Kratylien, München 1996, S. 10, 13–45 (Übersetzung der 1976 erschienenen Originalausgabe Mimologiques. Voyage en Cratylie).