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streben

aus AufEinWort, der freien Forschung
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streb + -en | ‘auf eine körperliche oder geistige Vorwärtsbewegung gerichtet sein, seine Bemühungen auf etw. richten, wonach trachten’; sich zielbewusst, unbeirrt auf möglichst kurzem Weg und ohne sich ablenken zu lassen an einen bestimmten Ort begeben; sich unter Anstrengung aller Kräfte, unbeirrt um etwas bemühen;

das Streben, Strebens, der fortwährende Daseinszustand zu streben;

strebst,strebt,strebte,gestrebt

¦⊕¦  zum einen bedeutet streben "sich regen, bewegen", "sich heftig bewegen, zappeln", und zum anderen gegensätzlich "Widerstand leisten, sich aufrichten, abmühen, kämpfen, starren, steif sein, strotzen",  "angespannt, steif, starr",   "straffgespannt, fest angezogen (von Sehnen), starr, steif’" wodurch sich ein aus sich selbst heraus  beharrliches mit Wollen verschränktes zielgerichtetes, unbeirrbares Durchsetzen einer Absicht zeigt, für dass es keinerlei Aufforderung von Anderen her als den Strebenden braucht, da er sich aus sich selbst heruas regt und bewegt.

¦√¦ uig. *(s)ter(ə)-, *(s)trē- ‘starr, steif sein’; (Widerstand leistend "sich regen, bewegen", "sich heftig bewegen, zappeln");

Das nur im Dt. und Nl. bezeugte schwache Verb ahd. streben, strebōn ‘sich regen, bewegen’ (11. Jh.), mhd. streben (md. auch streven) ‘sich heftig bewegen, zappeln, Widerstand leisten, sich aufrichten, abmühen, kämpfen, starren, steif sein, strotzen’, mnd. strēven ‘zappeln, sich bewegen, sich bemühen, starr in eine Richtung weisen, sich auflehnen’, mnl. strēven ‘nach etw. trachten, sich widersetzen’, nl. streven steht deverbativ neben einem resthaft belegten gleichbed. stark flektierenden Verb mhd. *strīben (vgl. bezeugtes strep, gestreben) und wahrscheinlich nl. (älter) strijven ‘streben, streiten’.

Verwandt ist das Adjektiv mnd. strif ‘angespannt, steif, starr’, stref ‘straffgespannt, fest angezogen (von Sehnen), starr, steif’.

Vergleichbar ist griech. striphnós (στριφνός) ‘dicht, fest, hart’, so daß auf eine Labialerweiterung ie. *strē̌ibh- der unter starren (s. d.) dargestellten Wurzel uig. *(s)ter(ə)-, *(s)trē- ‘starr, steif sein’ zurückgegangen werden kann.

Möglicherweise sind im Verb streben zwei ursprünglich getrennte, wenn auch zu einer Wurzel gehörende Bildungen zusammengefallen, die sich in älterer Zeit nach ihren Bedeutungen trennen lassen; einmal ‘starren, steif sein, emporragen’ (bis 15. Jh.), dem Adjektiv mnd. strif, stref (s. oben) nahestehend, zum anderen ‘(sich) regen, bewegen’ auf ein ursprünglich räumliches Ziel zu, auch gegen Widerstand, bereits früh (mhd. beginnend) übertragen auf Gedanken und willensbestimmte Handlungen.