Kardinalbischof
Erscheinungsbild

Diese Klasse der Kardinäle setzt sich derzeit (2025) aus drei Gruppen zusammen:
- Kardinalbischöfe mit suburbikarischem Titel
- Kardinalbischöfe, welche den Kardinalbischöfen mit suburbikarischem Titel gleichgestellt sind
- Kardinalbischöfe mit eigenem Titel
- Die Gruppe der Kardinalbischöfe mit suburbikarischem Titel wird von den sechs Bischöfen der sieben suburbikarischen Bistümer gebildet. Die Abweichung in der Zahl ergibt sich aus dem Umstand, dass der Kardinaldekan als ranghöchster Kardinalbischof und Vorsitzender des Kardinalskollegiums (can. 352, § 1 CIC) zusätzlich zum Titel seines suburbikarischen Bistums immer auch den Titel eines Kardinalbischofs von Ostiaerhält. Bis zum Motu proprio Suburbicariis sedibus von 1962 leiteten diese Bischöfe die zur Kirchenprovinz Rom gehörenden („suburbikarischen“) Bistümer, seither tragen sie nur noch den Titel dieser Bistümer.
- Die Gruppe der Kardinalbischöfe, welche den Kardinalbischöfen mit suburbikarischem Titel gleichgestellt sind, wurde 2018 durch Papst Franziskus neu geschaffen. Per Reskript vom 26. Juni 2018 erweiterte er die Klasse der Kardinalbischöfe mit Wirkung zum 28. Juni 2018 um vier neue Mitglieder mit eigenem Titel und stellte sie den Kardinalbischöfen mit suburbikarischen Bistümern gleich, da die Anzahl der Kardinalpriester und der Kardinaldiakone in den letzten Jahrzehnten stark angewachsen, die der Kardinalbischöfe jedoch unverändert geblieben war.[1] Um einen fünften Kardinalbischof ohne suburbikarischen Titel erweiterte Papst Franziskus die Klasse am 1. Mai 2020.[2] Die Ernennungen erfolgten jeweils pro hac vice in Abweichung von can. 350, § 1 CIC, nicht durch eine allgemeine Schaffung neuer Plätze durch eine Änderung dieses Kanons, der die Zugehörigkeit zur Klasse der Kardinalbischöfe regelt. Mit der Versetzung Tagles auf den suburbikarischen Titel von Albano ist damit kein vakanter Platz entstanden, sondern die Zahl der mit den suburbikarischen Titeln gleichgestellten Kardinalbischöfe bis auf weiteres auf vier gesunken.
- Die Gruppe der Kardinalbischöfe mit eigenem Titel bilden die mit Rom unierten orientalischen Patriarchen mit eigenem Patriarchalsitz (can. 350, § 3 CIC), welche seit 1965, mit Veröffentlichung von Ad purpuratorum Patrum Collegium, ebenfalls der Klasse der Kardinalbischöfe angehören.
Amtierende Titelinhaber
Die sechs Kardinalbischöfe mit suburbikarischem Titel sind:
- Giovanni Battista Kardinal Re – Kardinaldekan (seit 18. Januar 2020), zuvor Kardinalsubdekan (seit 10. Juni 2017) und -bischof von Sabina-Poggio Mirteto (seit 1. Oktober 2002), Kardinalbischof von Ostia (seit 18. Januar 2020)
- Francis Kardinal Arinze – Kardinalbischof von Velletri-Segni (seit 25. April 2005)
- Tarcisio Kardinal Bertone SDB – Kardinalbischof von Frascati (seit 10. Mai 2008)
- José Saraiva Kardinal Martins CMF – Kardinalbischof von Palestrina (seit 24. Februar 2009)
- Beniamino Kardinal Stella – Kardinalbischof von Porto-Santa Rufina (seit 1. Mai 2020)
- Luis Antonio Kardinal Tagle – Kardinalbischof von Albano (seit 24. Mai 2025;[3] zuvor seit dem 1. Mai 2020 mit der Titelkirche San Felice da Cantalice a Centocelle einer der denjenigen mit suburbikarischem Titel gleichgestellten Kardinalbischöfe)
Die denjenigen mit suburbikarischem Titel gleichgestellten Kardinalbischöfe sind:
- Pietro Kardinal Parolin mit der Titelkirche Santi Simone e Giuda Taddeo a Torre Angela (mit Wirkung zum 28. Juni 2018)
- Leonardo Kardinal Sandri mit der Titeldiakonie Santi Biagio e Carlo ai Catinari (mit Wirkung zum 28. Juni 2018), seit 24. Januar 2020 Kardinalsubdekan
- Marc Kardinal Ouellet PSS mit der Titelkirche Santa Maria in Traspontina (mit Wirkung zum 28. Juni 2018)
- Fernando Kardinal Filoni mit der Titeldiakonie Nostra Signora di Coromoto in San Giovanni di Dio (mit Wirkung zum 28. Juni 2018)
Die zwei Kardinalbischöfe mit eigenem Titel sind:
- Béchara Pierre Raï OMM – Patriarch der Maroniten (seit 24. November 2012)
- Louis Raphaël I. Sako – Patriarch der Chaldäer (seit 28. Juni 2018)
- ↑ RESCRIPTUM EX AUDIENTIA SS.MI: Rescritto del Santo Padre Francesco con cui ha deciso di cooptare nell’Ordine dei Vescovi, equiparandoli in tutto ai Cardinali insigniti del titolo di una Chiesa suburbicaria, i Cardinali Parolin, Sandri, Ouellet e Filoni. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 26. Juni 2018, abgerufen am 26. Juni 2018 (italienisch).
- ↑ RESCRIPTUM EX AUDIENTIA SS.MI: Rescritto del Santo Padre Francesco con cui ha deciso di cooptare nell’Ordine dei Vescovi, equiparandolo in tutto ai Cardinali insigniti del titolo di una Chiesa suburbicaria, l’Em.mo Cardinale Luis Antonio G. Tagle. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 1. Mai 2020, abgerufen am 28. April 2025 (italienisch).
- ↑ Assegnazione del Titolo della Chiesa suburbicaria di Albano. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 24. Mai 2025, abgerufen am 24. Mai 2025 (italienisch).