miß
miß- | wechsel, verwechseln, tauschen, vertauschen; nicht angemessen sein; vornehmlich bis ins 18. Jh. (heute nur noch gelegentlich) produktive Vorsilbe zur Bezeichnung des Verschiedenartigen, Abweichenden, Unrichtigen, Mangelnden und (pejorativ) Üblen, Schlechten in adjektivischen, substantivischen und verbalen Bildungen.
Ahd. missa-, missi-, mis- ‘verschieden, nicht übereinstimmend, ausgewechselt, verkehrt, falsch, schlecht, übel, mangelnd, fehlend’, mhd. mnd. misse-, mis-, nhd. miß- (die alte, volle Form nur in Missetat),
asächs. mis(si)-, mnl. nl. aengl. engl. anord. aschwed. mis-,schwed. miss-, got. missa- entwickeln sich wie die unter missen genannten Egsw.- und Ustw.-formen aus einer mit to-Suffix gebildeten Partizipialform uig. *mitsto-, die (ablautend) zu uig. *meit(h)-, einer Zahnlauterweiterung der Ww. uig. *mei- ‘wechseln, tauschen’ (dann auch ‘vertauschen, täuschen’), steht.
Zur Verwandtschaft s. gemein, Meineid, meiden, missen.