da
d + a | da1 dar ⇛ da , örtlich von dar ; da2 dan ⇛ da, zeitlich;
da1 | d + a | | das auf einen (vom Standort des Sprechers entfernten) Punkt im Raume hinweist (‘dort, an jenem Ort’), aber auch allgemeinere, kaum noch räumlich aufzufassende Beziehungen innerhalb einer Aussage herstellt; ahd. thār (8. Jh.),
asächs. thā̌r, mhd. dā(r), mnd. dār, mnl. daer, dare, nl. daar, aengl. þǣr, engl. there und mit gekürztem Selbstlaut got .anord. þar, schwed. där
sind (wie das Richtungsadverb ahd. thara, mhd. dare, dar, s. dar-) mit r-Erweiterung zu dem auch in der vorliegenden Pronominalstamm uig. *te-, *to-gebildet; vgl. außerhalb des Germ. aind. tárhi ‘damals’.
Vom Spätmhd. an kommt es zum formalen Zusammenfall mit da2, denn das auslautende -r schwindet im Mhd.(vorübergehende Neubelebung von dar allerdings im 15. bis 18. Jh.) und bleibt nur in zusammengesetzten Pronominaladverbien vor vokalischem Anlaut erhalten (z. B. daran, darauf, darüber, hier aber schon im Ahd. Vermischung mit den entsprechenden Bildungen von ahd. thara ‘dorthin’, s. dar-).
Seit Beginn seiner Bezeugung im Dt. wird da1 auch als Bw. verwendet. Es leitet bis ins 18. Jh. konditionale, konzessive und adversative Gliedsätze ein, in den älteren Sprachstufen außerdem Temporalsätze, doch geht diese Funktion im Nhd. an da2 über.
da2 | d + a | | zur Angabe eines bestimmten Zeitpunktes (‘zu jener Zeit, in diesem Augenblick’) und Konj.; ahd. (8. Jh.),
asächs. thō, mhd. mnd. dō, mnl. doe, afries. thā, aengl. þā.
Diese für das Westgerm. bezeugte Bildung (anders got. þan ‘dann’ sowie anord. þā ‘da, damals’ aus *þan, s. dann) schließt sich wie da1 an den Pronominalstamm uig. *te-, *to- an;
sie ist ursprünglich wohl Akkusativ Sing. Fem. des Demonstrativpronomens (vgl. got. þō, aind. tā́m,ie. *tām), neben dem vielleicht ein feminines Hptw. mit der Bedeutung ‘Zeit’ weggefallen ist.
Seit dem 14. Jh. erscheint mhd. dō auch in der (Mitte des 16. Jhs. allgemein geltenden) Form da.
Die nun lautlich gleichen, ohnehin durch inhaltliche Gemeinsamkeiten (die Darstellung von Zeitverhältnissen basiert oft auf räumlichen Vorstellungen) verbundenen Ustww. da1 und da2 werden nicht mehr klar geschieden.
Als Bw. hat da2zunächst temporalen Sinn (so schon ahd., jedoch nach Ende 18. Jh. nur noch in gehobener Ausdrucksweise); in Konkurrenz zu weil setzt Mitte des 17. Jhs. kausaler Gebrauch ein.