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rhetorische Algebra

aus AufEinWort, der freien Forschung
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Die Babylonier hatten kein x oder y. Wenn wir in deinem Text die Normalformen wie x2+ax=b sehen, ist das die moderne Übersetzung dessen, was in den Keilschrifttexten als Rezept steht.

  • Babylonisch: „Nimm die Seite, addiere die Fläche, das ergibt 0;45. Nimm die Hälfte von 1...“
  • Heute: Wir abstrahieren das sofort zu einer Formel. Die Babylonier dachten in Rechenabläufen (Algorithmen). Sie wussten genau: „Wenn ich dieses Problem habe, muss ich diese Schritte tun.“ Das ist im Kern algebraisches Denken.

1842 erschien Nesselmann's Buch „Versuch einer kritischen Geschichte der Algebra“ in Berlin, von der nur der erste Band über griechische antike Algebra erschien, unter anderem mit einer Übersetzung des Rinderproblems des Archimedes. Nesselmann unterschied in der Geschichte der Algebra eine Rhetorische Phase, die die Zeit vor Diophant von Alexandrien umfasst und alles in Worten ausdrückte, eine Synkopistische Phase, die mit Diophant begann und teilweise Symbole etwa für Unbekannte und Potenzen benutzte, und die moderne Algebra einer Symbolischen Phase, die mit François Viète und Descartes begann.