Koppel
‘Leibriemen, Wehrgehenk’, mhd. koppel, kopel, kuppel, kupel f. (auch m. n.), mnd. koppel(e), köppel(e), kōpel n. f. ‘Band, Verbindung, Strick, Riemen (zur Befestigung des Zugtieres), Hetzriemen der Jagdhunde, zusammengebundene Tiere (besonders Hunde)’, daher auch ‘Schar, Haufen’, ferner ‘gemeinschaftliches Landstück, Weideland’, beruht zunächst auf einer Entlehnung (als höfisches Jagdwort?) von afrz. cople, couple ‘Band, Hundeleine, Zugleine, Paar’ (frz. couple ‘Koppelriemen, zwei gleichartige Dinge, Paar’), hervorgegangen aus gleichbed. lat. cōpula.
Doch könnte mhd. kuppel in allgemeiner Bedeutung auch ein ahd. kuppula ‘Band, Strick’ (Hs. 12. Jh.) fortsetzen, das ebenso wie zugehöriges ahd. kuppulōn ‘verbinden’ (Hs. 13. Jh.) direkt aus dem Lat. stammen dürfte (vgl.lat. cōpulāre ‘durch ein Band verknüpfen’).
Aus der bereits im Mhd. und Mnd. üblichen Bedeutung ‘Landstück, Weideland’ entwickelt sich, zumal im Nordd., Koppel f. zu ‘Acker-, Feld-, Waldstück’, besonders ‘eingezäuntes Landstück (Feld, Wiese)’ und gelangt in diesem Sinne durch norddeutsche Schriftsteller auch in die Literatursprache (1. Hälfte 19. Jh.).