Kreis
krei +s | ‘Ring, runde geschlossene Linie, gleichmäßige geschlossene Kurve, deren Punkte alle gleich weit vom Mittelpunkt entfernt sind’; gleichmäßig runde, in sich geschlossene Linie, deren Punkte alle den gleichen Abstand vom Mittelpunkt haben;
¦⊕¦ sich abgrenzende, abgegrenzte Runde; die Wortwurzel wird von Sprachwissenschaftlern auf "kratzen, kritzeln", einen Kreis in den Boden kratzen zurückgeführt, wobei dies sehr fragwürdig ist und die Wortwurzel *krey-"trennen, teilen, scheiden", aus der Krise, Krieg, kritik und weitere abgeleitet wurden und man sich früher in einer Runde zusammensetzte um zu beraten ist eher davon auszugehen dass altgriechisch kríkos “ring”, das auf die Wortwurzel uig. *(s)ker- (“beugen, wenden”) zurückgeht wahrscheinlich, da auch germanisch *hringaz "Ring", wie auch lateinisch circus, Krone, Zirkel und weitere letztlich von uig. *(s)ker- (“beugen, wenden”) abstammen und sich durch Wortwandel die Wortausgestalt änderte;
¦⊗¦ (besonders den Gemeinden unmittelbar übergeordneter) Verwaltungsbezirk; Gruppe, Reihe, Kette von (zusammenhängende) Dingen, Sachverhalten o. Ä.; Gruppe oder deren Anteile von Personen, Dingen usw. mit bestimmten gemeinsamen Kennzeichen;
kreisen | Kreis + en | Tw. ‘sich kreisförmig bewegen’, mhd. kreiʒen.
¦√¦ uig. *(s)ker- (“beugen, wenden”) und uig. *gre'd- "kratzen", *greyd-, *grey- “kreischen, rufen”;
¦↵¦ uger. krītaną "kratzen, kritzeln"; uger. *kraitaz; ger. *kraita-; ahd. (Hs. 12. Jh.), mhd. kreiʒ ‘Kreislinie, Umkreis, eingehegter Kampfkreis, Gerichtsplatz, Zauberkreis, Landeskreis, Bezirk’, mnd. krēt, krēte, nl. kreits (ausniederrhein. kreytz) führen auf germ. *kraita-; daneben stehen mnd. krīt, mnl. nl. krijt ‘Ring, Gebiet, Kampfplatz’ mit germ. *krīta- und verwandtes kritzeln (s. d.) mit germ. *krit-, so daß für Kreis vielleicht eine Bedeutung ‘in den Boden geritzter Ring (mit sakraler Funktion?)’ vorauszusetzen ist.
Betrachtet man die genannten Formen auf Grund eines expressiven Vokalismus als sekundär (vgl. Pokorny 1, 405), so kann kratzen (s. d.) herangezogen und von dort genanntem uig. *gred- ‘kratzen’ ausgegangen werden. ;