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Proklos/Rezeption

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Antike

Proklos’ Schüler Marinos von Neapolis würdigte seinen Lehrer in dem Nachruf Proklos oder Über das Glück, den er im Jahr 486 als Rede zum ersten Jahrestag des Todes des Scholarchen vortrug. Der Text ist erhalten geblieben. In der viele Einzelheiten überliefernden Rede verherrlichte Marinos die Tugenden und Leistungen seines Lehrers. Sein Werk wird in der modernen Fachliteratur als Vita Procli (Leben des Proklos) zitiert und ist die Hauptquelle für die Biographie des Philosophen. Wie schon der Alternativtitel der Rede zeigt, war es das Anliegen des Marinos, das Leben des Proklos als besonders glücklich zu erweisen. Er sei unter den berühmten Männern der glücklichste seit langem gewesen, weil er sich in den Tugenden vervollkommnet habe. Nicht nur das Glück der Weisen – die Eudaimonie – sei ihm zuteilgeworden, sondern auch mit den nebensächlichen „äußeren“ Gütern – günstigen Lebensumständen – sei er reichlich gesegnet gewesen. Marinos räumte ein, dass Proklos zu heftigen Reaktionen geneigt habe, wenn er auf Pflichtvergessenheit gestoßen sei. Daher habe man den Eindruck gewinnen können, er sei jähzornig. In Wirklichkeit sei er aber imstande gewesen, sein leidenschaftliches Temperament mühelos zu beherrschen.[1]

Der Einfluss des Proklos prägte die letzte Phase der neuplatonischen Schule in Athen, die nach seinem Tod noch einige Jahrzehnte fortbestand, bis Kaiser Justinian I. im Jahr 529 den Lehrbetrieb untersagte. Seine zahlreichen Schüler sorgten für die weitere Verbreitung seines Gedankenguts, seine Meinung hatte bei den Neuplatonikern Gewicht. Von seinem hohen Ansehen auch außerhalb Griechenlands zeugen die Worte seines Schülers Ammonios Hermeiou, der in Alexandria Philosophieunterricht erteilte. Ammonios befand, sein „göttlicher Lehrer“ Proklos habe sowohl als Ausleger des überlieferten Lehrguts als auch mit seiner wissenschaftlichen Ermittlung der Natur der seienden Dinge den Gipfel dessen erreicht, was ein Mensch leisten könne.[2] Allerdings stießen manche Thesen des Proklos in der letzten Generation der Athener Neuplatoniker auf Widerspruch: Damaskios († nach 538), der letzte Leiter der Athener Philosophenschule, setzte sich gründlich und kritisch mit dem proklischen System auseinander und verwarf einen großen Teil der Lehrmeinungen seines Vorgängers.[3]

Stark von der Philosophie des Proklos geprägt sind die Schriften eines griechischsprachigen christlichen Theologen, der im späten 5. oder frühen 6. Jahrhundert tätig war, aber als Schriftsteller den Eindruck zu erwecken versuchte, er sei Dionysius Areopagita, ein in der Apostelgeschichte erwähnter Schüler des Apostels Paulus. Heute wird dieser unbekannte Autor Pseudo-Dionysius Areopagita („der angebliche Dionysius Areopagita“) genannt. Seine vermeintliche Identität mit dem Apostelschüler verschaffte seinen im „Corpus Dionysiacum“ zusammengestellten Werken eine außerordentliche Autorität. Dies führte im Mittelalter zu einer intensiven Rezeption des darin enthaltenen proklischen Gedankenguts. Pseudo-Dionysius adaptierte das System des Proklos für seine Zwecke. Dabei knüpfte er insbesondere an das Konzept der „negativen Theologie“ an. In seiner Lehre vom Übel ist der Einfluss des paganen Denkers besonders deutlich erkennbar.[4]

Ein philosophischer Gegner des Proklos war der Theologe Johannes Philoponos. Er verfasste im Jahr 529 eine Abhandlung, in der er mit philosophischen Argumenten für die Entstehung des Kosmos in der Zeit eintrat und Proklos eine falsche Auslegung von Platons Timaios vorwarf.[5]

Mittelalter

Früh- und Hochmittelalter

Im frühen und hohen Mittelalter standen den lateinischsprachigen Gelehrten West- und Mitteleuropas keine Übersetzungen der Hauptwerke des Proklos zur Verfügung. Daher machte sich sein Einfluss anfangs nur auf indirektem Weg geltend, vor allem durch die Werke des Pseudo-Dionysius Areopagita, die ab dem 9. Jahrhundert in lateinischer Sprache verbreitet waren und in hohem Ansehen standen. Ab dem späten 12. Jahrhundert kam der Liber de causis (Buch über die Ursachen) hinzu, die von Gerhard von Cremona angefertigte lateinische Übersetzung der arabischen Abhandlung über das reine Gute. Diese Schrift, die hauptsächlich Material aus Proklos’ Grundlagen der Theologie enthielt, wurde irrtümlich Aristoteles zugeschrieben und fand als Lehrbuch starke Verbreitung.[6]

Das erste Werk des Proklos, das im Westen durch eine lateinische Übersetzung zugänglich wurde, war die Elementatio physica. Der Übersetzer, der an der Schule von Salerno Medizin studierte, hatte erfahren, dass der Gelehrte Henricus Aristippus, der als Gesandter des normannischen Königs von Sizilien in Konstantinopel gewesen war, von dieser Reise eine griechische Handschrift des Almagest mitgebracht hatte. Daraufhin machte er sich auf den Weg nach Sizilien, wo er Aristippus antraf und Einblick in einige Codices erhielt, die der byzantinische Kaiser dem sizilischen Gesandten übergeben hatte. Unter diesen war eine Abschrift der Elementatio physica, die der Übersetzer um die Mitte des 12. Jahrhunderts[7] ins Lateinische übertrug. Die Qualität seiner Übersetzung wurde durch die Mangelhaftigkeit seiner Griechischkenntnisse und Fehler in seiner Vorlage beeinträchtigt.[8]

Spätmittelalter

Eine Seite einer spätmittelalterlichen Abschrift von Proklos’ Parmenides-Kommentar in der lateinischen Übersetzung Wilhelms von Moerbeke mit eigenhändigen Randbemerkungen des Nikolaus von Kues. Bernkastel-Kues, Bibliothek des Sankt-Nikolaus-Hospitals, Codex 186, fol. 125r (Mitte des 15. Jahrhunderts)

Einer breiteren gebildeten Öffentlichkeit wurde der Name des Proklos erst bekannt, als in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts Wilhelm von Moerbeke einige seiner Hauptwerke ins Lateinische übersetzte. Die erste und im Mittelalter weitaus wichtigste Übersetzung Moerbekes war die der Grundlagen der Theologie, die er 1268 abschloss. Er bemühte sich, den griechischen Text mit größtmöglicher Wörtlichkeit wiederzugeben. 1280 übersetzte er die „drei kleinen Werke“ (Über zehn die Vorsehung betreffende Zweifelsfragen, Über die Vorsehung und das Schicksal und das, was an uns liegt, Über die Beschaffenheit der Übel). Auch den Timaios-Kommentar übertrug er wohl vollständig ins Lateinische; davon sind nur Auszüge erhalten geblieben. In seinen letzten Lebensjahren erstellte Moerbeke seine Übersetzung des Parmenides-Kommentars.[9]

Anhand der Elementatio theologica, der lateinischen Grundlagen der Theologie, erkannte Thomas von Aquin, dass der Liber de causis auf Proklos’ Werk fußt. In seinem 1272 verfassten Kommentar zum Liber de causis machte Thomas seine Entdeckung bekannt. Das war der Ausgangspunkt für das Einsetzen des spätmittelalterlichen Interesses an Proklos, das sich auf die Elementatio theologica konzentrierte. Vor allem die Magister der Pariser Universität studierten dieses Werk und beriefen sich darauf; sie erfassten seine Bedeutung schon bald nach seinem Bekanntwerden.[10] Ein früher Rezipient war Heinrich Bate, ein Korrespondenzpartner Moerbekes, der in sein großes Werk Speculum divinorum et quorundam naturalium (Spiegel der göttlichen Dinge und gewisser Naturdinge) eine Fülle von Proklos-Zitaten einfügte.[11]

Wichtige Impulse verdankte der Philosoph und Theologe Dietrich von Freiberg († um 1318/1320) der Kosmologie des Proklos. Wie der antike Neuplatoniker deutete Dietrich die Entstehung des Geschaffenen als Emanation aus Gott, den er mit dem neuplatonischen Einen gleichsetzte. Am proklischen Modell orientierte er sich auch darin, dass er zwischen Gott und die sichtbare Welt hierarchisch geordnete Intellekte als Zwischenstufen der kosmischen Ordnung setzte.[12] Wie bei Proklos folgt in Dietrichs Modell auf den Hervorgang der Dinge aus dem Einen die Rückwendung zum Ursprung, die von der Sehnsucht bewirkt wird. Auch in Dietrichs Universum ist alles von der Dynamik des Hervorgangs und der Rückkehr geprägt.[13]

An Dietrichs Überlegungen knüpfte im 14. Jahrhundert der neuplatonisch orientierte, stark von Pseudo-Dionysius beeinflusste Gelehrte Berthold von Moosburg an. Er verfasste die Expositio super elementationem theologicam Procli, einen ausführlichen Kommentar zu Proklos’ Elementatio theologica, in dem er sich besonders mit der Metaphysik des höchsten Guten befasste. Aus Bertholds Sicht war Proklos nicht nur ein mit wissenschaftlicher Stringenz vorgehender Denker, sondern zugleich auch als Weisheitslehrer ein „göttlicher Mensch“, der seinen Lesern den Weg zur Vergöttlichung wies. Wohl von Berthold bezog der Prediger Johannes Tauler († 1361) sein Wissen über die Theologie des „Proculus“, der als „heidnischer Meister“ in der Lage gewesen sei, die Gotteserfahrung im Seelengrund zutreffend zu beschreiben. Ein weiterer namhafter Proklos-Rezipient war Dionysius der Kartäuser († 1471), einer der einflussreichsten Scholastiker des ausgehenden Mittelalters. Er zitierte die Elementatio theologica ausgiebig.[14]

Pietro Balbi, Widmungsbrief an König Ferdinand I. von Neapel zu seiner lateinischen Übersetzung von Proklos’ Platonischer Theologie, 1466. Bergamo, Civica Biblioteca Angelo Mai, MA 490, fol. 1r.

Nikolaus von Kues (1401–1464) ließ sich in zentralen Bereichen seiner Philosophie von Grundgedanken des Proklos anregen. Intensiv studierte er die Elementatio theologica und den Parmenides-Kommentar, die ihm in der Übersetzung Moerbekes vorlagen. Überdies veranlasste er den italienischen Humanisten Pietro Balbi (Petrus Balbus), die erste lateinische Übersetzung der Platonischen Theologie anzufertigen. Die erste Fassung dieser Übersetzung wurde 1462 vollendet. Nikolaus versah seine Handschriften der drei Werke mit zahlreichen Randnotizen, die teils ausführliche Erläuterungen enthalten. Sein Anliegen war insbesondere die Vertiefung des Verständnisses der absolut transzendenten Einheit und die Klärung des Verhältnisses des Einen zur Vielheit. In der Erkenntnistheorie verwertete er eine Reihe von proklischen Konzepten und Denkstrukturen für seine eigene Lehre, darunter die These, dass der Rückgang des Denkens in sich selbst zur Sicht der eigenen Einheit führe, in der sich die absolute Einheit als konstitutive Voraussetzung des Denkens zeige, wodurch sich eine unbezweifelbare Gewissheit erlangen lasse. Das von Nikolaus entwickelte Konzept des „Nicht-Anderen“, nach dem jedes Einzelne in sich die gesamte Wirklichkeit enthält und die Wahrheit daher nicht im Anderen zu suchen ist, war als Präzisierung und Fortführung der proklischen Theorie des Einen gedacht. Allerdings wich der spätmittelalterliche Philosoph von dem antiken Modell ab, indem er dem göttlichen Nicht-Anderen einen trinitarischen Aspekt zuwies.[15]

Arabischsprachiger Raum

Im arabischsprachigen Raum wurde Proklos Buruḳlus genannt. Den mittelalterlichen muslimischen Denkern war er in erster Linie als Vertreter der These von der Anfangslosigkeit der Welt bekannt. Seine Schrift über dieses Thema, deren griechischer Originaltext heute verloren ist, lag ihnen in verschiedenen arabischen Übersetzungen vor. Es soll eine vollständige Übersetzung existiert haben, die nicht erhalten geblieben ist. Erhalten sind eine unvollständige, nur die Hälfte der achtzehn Argumente des Proklos enthaltende Übersetzung, die der Gelehrte Ḥunain ibn Isḥāq im 9. Jahrhundert angefertigt hat, sowie eine ebenfalls fragmentarische arabische Fassung, deren Urheber unbekannt ist. Eine dritte, heute verlorene Übersetzung verwendete im 12. Jahrhundert der Gelehrte Muḥammad ibn ʿAbd al-Karīm aš-Šahrastānī in seiner Schrift über die Religionen und philosophischen Richtungen, in der er ausführlich auf die proklische Lehre einging. Auch die Gegenschrift des Christen Johannes Philoponos war den arabischsprachigen Autoren zugänglich.[16]

Ins Arabische übertragen wurde auch zumindest ein Teil der Lehrsätze der Grundlagen der Theologie. Eine Sammlung von zwanzig Lehrsätzen mit erheblichen inhaltlichen Veränderungen gegenüber dem griechischen Originaltext wurde irrtümlich dem Philosophen Alexander von Aphrodisias zugeschrieben. Dieses Corpus ist heute unter der modernen Bezeichnung „Proclus Arabus“ (arabischer Proklos) bekannt. Ferner waren die Grundlagen der Theologie die Hauptquelle – nicht die einzige Quelle, wie man früher glaubte – der wohl im 9. Jahrhundert entstandenen arabischen Schrift Kalām fī maḥḍ al-ḫayr (Abhandlung über das reine Gute), die anscheinend aus dem Kreis um den in Bagdad tätigen Gelehrten al-Kindī († 873) stammt. Bei al-Kindī ist der Einfluss der proklischen Theologie deutlich erkennbar.[17] Zur Schulrichtung al-Kindīs gehörte der im 10. Jahrhundert lebende Philosoph Abū l-Ḥasan Muḥammad ibn Yūsuf al-ʿĀmirī. Er verfasste ein Buch über die Kapitel der göttlichen Erkenntnisgegenstände (Kitāb al-fuṣūl fī l-maʿālim al-ilāhīya), das in erster Linie eine Paraphrase der Grundlagen der Theologie ist.[18]

Byzantinisches Reich

Im Byzantinischen Reich erwachte im 11. Jahrhundert ein neues Interesse an Proklos. Den Anfang machte Michael Psellos, der den zuvor wenig beachteten spätantiken Philosophen wiederentdeckte und dessen Lehre für den Gipfel der antiken griechischen Philosophie hielt. Psellos’ Schüler Johannes Italos setzte sich intensiv mit Proklos’ Grundlagen der Theologie auseinander. Isaak Sebastokrator, ein Bruder des Kaisers Alexios I., verfasste drei Schriften, in die er umfangreiche Paraphrasen aus den „drei kleinen Werken“ des Proklos über Probleme der Vorsehung und des Schlechten aufnahm, wobei er den Inhalt christianisierte.[19] Gegen die von Psellos initiierte positive Rezeption des paganen Denkers wandte sich im 12. Jahrhundert Bischof Nikolaos von Methone. Er verfasste eine Kampfschrift, in der er gegen die proklische Theologie polemisierte.[20] Ab dem 13. Jahrhundert wurde die Kurze Darstellung astronomischer Hypothesen des Proklos im Astronomieunterricht als Lehrbuch verwendet.[21]

In dem Streit zwischen dem Theologen Gregorios Palamas und dem humanistisch gesinnten Philosophen Barlaam von Kalabrien, der im 14. Jahrhundert mit seinen Weiterungen die Orthodoxie erschütterte, zählte Proklos zu den Autoritäten, auf die sich Barlaam berief, während Palamas den Neuplatonismus vehement verwarf.[22]

Der pagane byzantinische Philosoph Georgios Gemistos Plethon († 1452) beurteilte die proklische Philosophie teilweise kritisch. Er teilte manche der metaphysischen Überzeugungen des Proklos, missbilligte aber dessen Parmenides-Interpretation und die triadische Theologie. Gemistos glaubte, Proklos sei von dem Christen Dionysius Areopagita beeinflusst; er wollte den Platonismus von christlichen Verfälschungen befreien und sich an die authentische pagane Lehre Platons halten.[23]

Georgien und Armenien

Wahrscheinlich im späten 11. oder frühen 12. Jahrhundert[24] übersetzte der in Konstantinopel ausgebildete georgische Philosoph Ioane Petrizi die Grundlagen der Theologie ins Altgeorgische und schrieb einen Kommentar dazu, in dem er jeden Lehrsatz erklärte. Dabei zog er auch die Platonische Theologie und den Parmenides-Kommentar des Proklos heran und gab sich als Anhänger von dessen Lehre zu erkennen. Er hielt Proklos für den wichtigsten aller Philosophen, denn ihm sei die klare Darlegung dessen, was Platon nur angedeutet habe, zu verdanken. Aus Petrizis Sicht ist die Philosophie des antiken Neuplatonikers mit dem christlichen Trinitätsdogma vereinbar und nicht polytheistisch.[25]

Auf der Basis der georgischen Übersetzung der Grundlagen der Theologie entstand im Jahr 1248 eine altarmenische Übersetzung des Werks sowie von Petrizis Kommentar. Sie wurde von einem in Georgien lebenden armenischen Mönch erstellt.[26]

Frühe Neuzeit

In der Renaissance stand Proklos im Schatten des Pseudo-Dionysius Areopagita, der weiterhin als Schüler des Apostels Paulus galt; man glaubte, der pagane Philosoph habe Gedankengut des christlichen Theologen übernommen. Dieser Ansicht war insbesondere der neuplatonisch orientierte Denker Marsilio Ficino (1433–1499), der als führender Übersetzer und Interpret antiken platonischen Schrifttums hervortrat. Sein Verhältnis zu Proklos war relativ distanziert; er ließ sich zwar vielfach von den Ideen des spätantiken Neuplatonikers anregen, spielte dessen Bedeutung aber herunter.[27]

Der zuvor unbekannte Teil von Proklos’ handschriftlich überliefertem Œuvre wurde von den Renaissance-Humanisten entdeckt und der Gelehrtenwelt zugänglich gemacht. Seine Werke wurden von den Platonikern unter den Humanisten rezipiert, aber auch die antiproklische Polemik des mittelalterlichen griechischen Bischofs Nikolaos von Methone fand viel Beachtung. Kardinal Bessarion veröffentlichte 1469 seine gegen den antiplatonischen Gelehrten Georgios Trapezuntios gerichtete Kampfschrift In calumniatorem Platonis (Gegen den Verleumder Platons), in der er sich bei der Verteidigung Platons auf die Platonische Theologie des Proklos stützte. Giovanni Pico della Mirandola (1463–1494) nahm in sein Werk 900 Thesen (Conclusiones nongentae) eine Fülle von proklischem Material auf, darunter 55 Thesen, die er ausdrücklich als von Proklos stammend kennzeichnete.[28] Francesco Patrizi da Cherso (1529–1597) verwertete in seiner Schrift Nova de universis philosophia (1591) Gedanken aus Proklos’ Werken, vor allem aus den Grundlagen der Theologie.[29]

Die Erstausgabe des Euklid-Kommentars des Proklos erschien 1533; es folgte eine lateinische Übersetzung, die der Mathematiker Francesco Barozzi 1560 publizierte. Im 16. Jahrhundert wurde dieses Werk in Debatten über Fragen der Philosophie der Mathematik herangezogen, an denen sich neben Barozzi u. a. der Philosoph Alessandro Piccolomini und der Mathematiker Konrad Dasypodius beteiligten. Eines der Themen war die Frage, inwieweit die Mathematik als Wissenschaft betrachtet werden kann, obwohl sie keine Ursachen ermittelt.[30]

Johannes Kepler schätzte Proklos. Er zitierte den Euklid-Kommentar ausführlich und bezeichnete ihn als vorbildlich für den philosophischen Umgang mit der Mathematik. Besonders gefiel ihm die Kritik des spätantiken Neuplatonikers an der Kompliziertheit des ptolemäischen Modells der Planetenbewegungen.[31]

Im 18. Jahrhundert fand die Philosophie des Proklos wenig Resonanz. Die metaphysischen Anliegen der spätantiken Neuplatoniker waren dem damaligen Zeitgeist fremd, der Philosophiehistoriker Dietrich Tiedemann fällte 1793 ein vernichtendes Urteil. Gängig war die Einschätzung, es handle sich um einen abstrakten und leeren Scholastizismus und um Träumerei. Auch als Dichter wurde Proklos kaum beachtet; immerhin übertrug Johann Gottfried Herder die Hymne auf Athene ins Deutsche. Herder publizierte seine Übersetzung 1795 in der literarischen Monatsschrift Die Horen.[32]

Moderne

In der frühen Moderne setzte ein verstärktes Interesse an der proklischen Philosophie ein. Der populärwissenschaftliche Schriftsteller Thomas Taylor (1758–1835) übersetzte ab dem späten 18. Jahrhundert die Werke des Proklos ins Englische und machte sie damit einem breiteren Publikum zugänglich. Zu den Lesern, denen er das Gedankengut des Neuplatonikers erschloss, zählte Ralph Waldo Emerson.[33] In fachphilosophischen Kreisen war es vor allem Georg Wilhelm Friedrich Hegel, der mit seiner dezidierten Anknüpfung an die Denkweise des spätantiken Neuplatonikers eine „Proklos-Renaissance“ initiierte. Die Urteile über die proklische Lehre fielen im 19. und frühen 20. Jahrhundert sehr unterschiedlich aus; neben Bewunderung für das dialektische Moment der Methode und das großangelegte System stand eine teils schroffe Ablehnung der spekulativen Vorgehensweise. Später hat sich in der Fachwelt eine insgesamt positive Einschätzung durchgesetzt.[34]

Hegel betrachtete den Neuplatonismus als Vollendung der gesamten antiken Philosophie und die Metaphysik des Proklos als Vollendung des Neuplatonismus und damit als Höhepunkt des antiken Denkens. Er schätzte an Proklos dessen Systematisierung der neuplatonischen Lehre, die Wiederaufnahme und Weiterführung von Platons Dialektik des Einen in der Parmenides-Deutung und die Vermehrung der Hypostasen im Rahmen eines Systems universaler Vermittlung. Hegel zog die Platonische Theologie und die Grundlagen der Theologie heran; ob er auch den Parmenides-Kommentar gelesen hat, ist ungewiss.[35] Nach seiner Ansicht ist Proklos’ Denken „logischer“ als dasjenige Plotins und seine Platondeutung die historisch korrektere. Als Hauptleistung des Proklos betrachtete Hegel die Herausarbeitung der triadischen Struktur, das Konzept der „Dreieinigkeit“. Er teilte die Auffassung des antiken Denkers, der zufolge die mannigfaltigen Manifestationen notwendigerweise aus einer ursprünglichen einfachen Einheit hervorgehen, und nahm wie Proklos eine Rückwendung des Hervorgegangenen zum Ursprung an. Ein fundamentaler Unterschied zwischen den Ansichten der beiden Philosophen besteht jedoch in der Einschätzung der Rolle dieses Prozesses. Hegel sah darin eine dialektische Weiter- und Höherentwicklung; deren Resultat sei ein allumfassendes und daher die Vielheit und die Bestimmungen einschließendes Absolutes, das erst durch den Prozess zu sich selbst komme und damit die noch unbestimmte und daher mangelhafte ursprüngliche Einheit und Einfachheit übertreffe. Nach der proklischen Lehre hingegen ist bereits die anfängliche Einfachheit schlechthin vollkommen, ihre Mächtigkeit besteht gerade in ihrer Bestimmungslosigkeit und jede Vielheit ist von ihr prinzipiell ausgeschlossen. Somit bedarf das Eine der aus ihm hervorgegangenen Entitäten in keiner Weise, das Absolute gewinnt durch den Prozess nichts.[36]

Kritiker Hegels sahen seine Nähe zu Proklos und nahmen sie aufs Korn. So befand Ludwig Feuerbach in abwertendem Sinn, Hegel sei „der deutsche Proklus“.[37] Arthur Schopenhauer kritisierte die Methode des Proklos vehement. Der Fehler sei, dass von den Begriffen als dem Gegebenen ausgegangen werde; es werde aus den Begriffen statt in sie gearbeitet. Proklos raffe Abstrakta auf und ignoriere dabei die Anschauungen, „denen allein sie ihren Ursprung und allen Gehalt verdanken“. Als „Begriffsarchitekt“ erbaue er mit unbefangener Dreistigkeit eine Welt von Hirngespinsten. Diese Vorgehensweise sei auch diejenige zeitgenössischer Philosophen wie Hegel und Schelling, die ebenfalls derartigen „hohlen Wortkram“ produziert hätten.[38] Proklos sei ein „seichter, breiter, fader Schwätzer“; er habe das „breiteste, weitschweifigste Gewäsche von der Welt“ verfasst.[39] Eduard von Hartmann urteilte, Hegels triadische Dialektik sei „dem unfruchtbaren Scharfsinn und der schablonenhaften Schematisierungssucht des Proklos geistesverwandt“, der echte Ruhm Plotins sei durch den falschen des Proklos verdunkelt worden.[40]

Friedrich Nietzsche sah in Proklos den Repräsentanten einer dem Christentum entgegengesetzten Haltung und äußerte sich 1875 anerkennend: „Am Ausgange des Alterthums stehen noch ganz unchristliche Gestalten, die schöner, reiner und harmonischer sind, als alle christlichen; zum Beispiel Proklos.“[41]

Hermann Cohen, der Begründer der „Marburger Schule“ des Neukantianismus, hielt den Euklid-Kommentar des Proklos für „die beste Philosophie der Mathematik“. Er tadelte jedoch in seiner 1902 publizierten Schrift Logik der reinen Erkenntniss den „schlechten Einfluss“, den Aristoteles durch sein „inneres logisches Missverhältniss zur Mathematik“ auf den Neuplatoniker ausgeübt habe.[42] 1909 veröffentlichte Nicolai Hartmann seine Marburger Habilitationsschrift Des Proklus Diadochus philosophische Anfangsgründe der Mathematik, in der er das philosophische Mathematikverständnis des Proklos aus der Perspektive des in Marburg damals gepflegten neukantianischen Idealismus untersuchte.

Der renommierte Philologe Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff fällte aus literaturwissenschaftlicher Sicht ein ungünstiges Urteil: Die Hymnen seien nur Einkleidungen von Dogmen in die konventionelle epische Hymnenform, in den Kommentaren habe Proklos die Erklärung des kommentierten Werkes ganz aus den Augen verloren und seine ganze philosophische Schriftstellerei habe kaum noch stilistische Aspirationen.[43]

Eduard Zeller befand in seinem 1923 in fünfter Auflage erschienenen Handbuch der griechischen Philosophiegeschichte, Proklos habe seine Aufgabe, die Lehre seiner Schule in ihrem wissenschaftlichen Aufbau zum Abschluss zu bringen, mit logischer Meisterschaft gelöst. Er habe eine seltene Stärke des logischen Denkens besessen, doch sei dieses Denken „von Hause aus unfrei“, durch Autoritäten und Voraussetzungen aller Art gefesselt gewesen. So habe er scharfsinnig daran gearbeitet, die Widersprüche und Ungereimtheiten der mythologischen und dogmatischen Überlieferung zu beseitigen. Anerkennenswert seien die Großartigkeit der Anlage des Systems und die Beharrlichkeit, mit der ein Grundgedanke bis in seine feinsten Verzweigungen verfolgt werde, sowie die Kunst, mit der aus ungleichartigen Bestandteilen ein symmetrisches Ganzes gebildet sei. Dennoch hinterlasse das System keinen befriedigenden Eindruck, denn sein Ausbau sei nur der logischen Konsequenz entsprungen, mit der abstrakte Voraussetzungen in immer weitere Abstraktionen ausgesponnen worden seien.[44]

Für Karl Praechter, dessen Standardwerk „Ueberweg-Praechter“ 1926 in zwölfter Auflage erschien, war Proklos „der große Scholastiker des Altertums“. Er habe die herkömmlichen Lehren mit allen Mitteln subtilster Begriffsbehandlung bearbeitet und gewaltige überlieferte Vorstellungsmassen zu einem großen Gedankengebäude zusammengefügt.[45]

Ernst Bloch schätzte Proklos als Dialektiker; er meinte, der Neuplatoniker habe „das schwierige Fahrwasser des dialektischen Widerspruchs, also der wahren Welt“ befahren und mit dem „Dreiklang der ersten Entfaltungs-Triade: Beharren, Hervortritt, Rückkehr“ ein „Stück Heraklitische Tiefe“ in seinem Denken gehabt. Hegel habe ihn als Geistesverwandten energisch neu entdeckt: „Gleiches wird durch Gleiches erkannt.“[46]

Starke Impulse erhielt die Proklos-Forschung von Werner Beierwaltes, der in einer Reihe von Arbeiten Fragen der proklischen Lehre und ihrer Rezeptionsgeschichte untersuchte und mit seiner erstmals 1965 publizierten, 1979 in zweiter Auflage erschienenen Monographie Proklos. Grundzüge seiner Metaphysik ein Standardwerk schuf. Beierwaltes bemühte sich nach seinen Worten, einen Eindruck vom Entfaltungsreichtum und der Faszinationskraft des proklischen Denkens zu vermitteln. Dieses könne in der Gegenwart zum Impuls werden, zentrale Fragen der Metaphysik unter veränderten Bedingungen erneut zu durchdenken und fortzubestimmen.[47]

Jens Halfwassen würdigte Proklos 2004 als „Hegel der Antike“, als Schöpfer einer Metaphysik, welche „die vollendetste systematische Ausgestaltung des neuplatonischen Denkens“ sei; er habe das umfassendste und differenzierteste aller neuplatonischen Systeme ersonnen. Seine spekulative Begabung und sein „unvergleichlicher Scharfsinn“ verschaffe ihm einen herausragenden Platz in der Geschichte des Neuplatonismus.[48]

Gyburg Radke hob 2006 die Differenziertheit und den Reichtum von Proklos’ Platon-Interpretation lobend hervor; er habe die Dialoge in humanistischem Geist aufgefasst und den Parmenides „auch auf der Ebene der Dialoghandlung als Inbegriff der Humanität präsentiert“.[49]

Umstritten ist die Einschätzung der Stichhaltigkeit von Proklos’ Argumentation in den Grundlagen der Theologie vom Standpunkt der modernen Logik und der Mengenlehre aus. Kritisiert wird unter anderem, Proklos projiziere die Strukturen der Logik unreflektiert auf diejenigen des Kosmos.[50]

Der Mondkrater Proclus ist nach dem Philosophen benannt.

  1. ↑ Marinos, Vita Procli 16,9–23.
  2. ↑ Ammonios Hermeiou, In De interpretatione 1,6–11.
  3. ↑ Siehe zu Damaskios’ Proklos-Rezeption Joseph Combès: Proclus et Damascius. In: Gilbert Boss, Gerhard Seel (Hrsg.): Proclus et son influence, Zürich 1987, S. 221–246; Gerd Van Riel: Damascius. In: Lloyd P. Gerson (Hrsg.): The Cambridge History of Philosophy in Late Antiquity, Bd. 2, Cambridge 2010, S. 667–696, hier: 671, 696.
  4. ↑ Siehe zu Dionysius’ Proklos-Rezeption die Übersichtsdarstellung von John M. Dillon: Dionysius the Areopagite. In: Stephen Gersh (Hrsg.): Interpreting Proclus, Cambridge 2014, S. 111–124.
  5. ↑ Benjamin Gleede: Platon und Aristoteles in der Kosmologie des Proklos, Tübingen 2009, S. 1–36.
  6. ↑ Eine Übersicht zum Liber de causis und seiner Rezeption bieten Cristina D’Ancona und Richard C. Taylor: Le Liber de causis. In: Richard Goulet u. a. (Hrsg.): Dictionnaire des philosophes antiques, Bd. Supplément, Paris 2003, S. 599–647.
  7. ↑ Die Datierung ist umstritten; siehe dazu Richard Lemay: De la scolastique à l’histoire par le truchement de la philologie: itinéraire d’un médiéviste entre Europe et Islam. In: La diffusione delle scienze islamiche nel medio evo europeo, Rom 1987, S. 399–535, hier: 443–446.
  8. ↑ Siehe dazu Concetta Luna u. a.: Proclus de Lycie. In: Richard Goulet (Hrsg.): Dictionnaire des philosophes antiques, Bd. 5 b, Paris 2012, S. 1546–1674, hier: 1563; Helmut Boese (Hrsg.): Die mittelalterliche Übersetzung der Stoicheiosis physike des Proclus, Berlin 1958, S. 16–20.
  9. ↑ Carlos Steel: William of Moerbeke, translator of Proclus. In: Stephen Gersh (Hrsg.): Interpreting Proclus, Cambridge 2014, S. 247–263.
  10. ↑ Helmut Boese: Wilhelm von Moerbeke als Übersetzer der Stoicheiosis theologike des Proclus, Heidelberg 1985, S. 11–15.
  11. ↑ Helmut Boese: Wilhelm von Moerbeke als Übersetzer der Stoicheiosis theologike des Proclus, Heidelberg 1985, S. 60 f.; Stephen Gersh: One thousand years of Proclus. In: Stephen Gersh (Hrsg.): Interpreting Proclus, Cambridge 2014, S. 1–29, hier: 18.
  12. ↑ Loris Sturlese: Il „De animatione caeli“ di Teodorico di Freiberg. In: Raymond Creytens, Pius Künzle (Hrsg.): Xenia medii aevi historiam illustrantia oblata Thomae Kaeppeli O. P., Bd. 1, Rom 1978, S. 175–247, hier: 217–223; Kurt Flasch: Dietrich von Freiberg, Frankfurt am Main 2007, S. 311, 546 f.
  13. ↑ Markus Führer, Stephen Gersh: Dietrich of Freiberg and Berthold of Moosburg. In: Stephen Gersh (Hrsg.): Interpreting Proclus, Cambridge 2014, S. 299–317, hier: 299–302.
  14. ↑ Siehe dazu Helmut Boese: Wilhelm von Moerbeke als Übersetzer der Stoicheiosis theologike des Proclus, Heidelberg 1985, S. 69 f., 84; Kurt Flasch: Einleitung. In: Maria Rita Pagnoni-Sturlese, Loris Sturlese (Hrsg.): Berthold von Moosburg: Expositio super Elementationem theologicam Procli. Prologus. Propositiones 1–13, Hamburg 1984, S. XII–XIV; Markus Führer, Stephen Gersh: Dietrich of Freiberg and Berthold of Moosburg. In: Stephen Gersh (Hrsg.): Interpreting Proclus, Cambridge 2014, S. 299–317, hier: 305–316; Loris Sturlese: Homo divinus, Stuttgart 2007, S. 143–148, 181–197.
  15. ↑ Werner Beierwaltes: Procliana, Frankfurt 2007, S. 172–177, 187–189, 191–212, 217–222; Stephen Gersh: Nicholas of Cusa. In: Stephen Gersh (Hrsg.): Interpreting Proclus, Cambridge 2014, S. 318–349.
  16. ↑ Gerhard Endress: Proclus de Lycie. Œuvres transmises par la tradition arabe. In: Richard Goulet (Hrsg.): Dictionnaire des philosophes antiques, Bd. 5 b, Paris 2012, S. 1657–1674, hier: 1657–1661.
  17. ↑ Gerhard Endress: Proclus de Lycie. Œuvres transmises par la tradition arabe. In: Richard Goulet (Hrsg.): Dictionnaire des philosophes antiques, Bd. 5 b, Paris 2012, S. 1657–1674, hier: 1661–1668; Elvira Wakelnig: Feder, Tafel, Mensch, Leiden 2006, S. 52 f.
  18. ↑ Elvira Wakelnig: Feder, Tafel, Mensch, Leiden 2006, S. 71–73, 397–400; Elvira Wakelnig: Al-ʿĀmirī’s Paraphrase of the Proclean Elements of Theology. In: Cristina D’Ancona (Hrsg.): The Libraries of the Neoplatonists, Leiden 2007, S. 457–469.
  19. ↑ Zur Vorgehensweise des Isaak Sebastokrator siehe Benedikt Strobel: Proklos, Tria opuscula, Berlin 2014, S. 37–42.
  20. ↑ Athanasios Angelou (Hrsg.): Nicholas of Methone, Refutation of Proclus’ Elements of Theology. A Critical Edition with an Introduction on Nicholas’ Life and Works. Athen/Leiden, Akademie von Athen/E. J. Brill, 1984. – Stephen Gersh: One thousand years of Proclus. In: Stephen Gersh (Hrsg.): Interpreting Proclus, Cambridge 2014, S. 1–29, hier: 15 f.; Dominic J. O’Meara: Michael Psellos. In: Stephen Gersh (Hrsg.): Interpreting Proclus, Cambridge 2014, S. 165–181; Michele Trizio: Eleventh- to twelfth-century Byzantium. In: Stephen Gersh (Hrsg.): Interpreting Proclus, Cambridge 2014, S. 182–215, hier: 182–190, 200–208.
  21. ↑ Michel Cacouros: Deux épisodes inconnus dans la réception de Proclus à Byzance aux XIIIe–XIVe siècles. In: Alain-Philippe Segonds, Carlos Steel (Hrsg.): Proclus et la Théologie Platonicienne, Leuven/Paris 2000, S. 589–627, hier: 601–615, 626.
  22. ↑ Michele Trizio: Eleventh- to twelfth-century Byzantium. In: Stephen Gersh (Hrsg.): Interpreting Proclus, Cambridge 2014, S. 182–215, hier: 208.
  23. ↑ Stephen Gersh: George Gemistos Plethon. In: Stephen Gersh (Hrsg.): Interpreting Proclus, Cambridge 2014, S. 216–225.
  24. ↑ Siehe zur umstrittenen Datierung Hans-Christian Günther: Die Übersetzungen der Elementatio Theologica des Proklos und ihre Bedeutung für den Proklostext, Leiden 2007, S. 1 f. und Anm. 1; Lela Alexidze, Lutz Bergemann (Hrsg.): Ioane Petrizi: Kommentar zur Elementatio theologica des Proklos, Amsterdam 2009, S. 1–4; Tengiz Iremadze: Konzeptionen des Denkens im Neuplatonismus, Amsterdam 2004, S. 19–23.
  25. ↑ Lela Alexidze, Lutz Bergemann (Hrsg.): Ioane Petrizi: Kommentar zur Elementatio theologica des Proklos, Amsterdam 2009, S. 1–18; Levan Gigineishvili, Gerd Van Riel: Ioane Petritsi: A Witness of Proclus’ Works in the School of Psellus. In: Alain-Philippe Segonds, Carlos Steel (Hrsg.): Proclus et la Théologie Platonicienne, Leuven/Paris 2000, S. 571–587; Concetta Luna, Alain-Philippe Segonds, Gerhard Endress: Proclus de Lycie. In: Richard Goulet (Hrsg.): Dictionnaire des philosophes antiques, Bd. 5 b, Paris 2012, S. 1546–1674, hier: 1612 f.; Lela Alexidze: Ioane Petritsi. In: Stephen Gersh (Hrsg.): Interpreting Proclus, Cambridge 2014, S. 229–244; Tengiz Iremadze: Konzeptionen des Denkens im Neuplatonismus, Amsterdam 2004, S. 53–58.
  26. ↑ Lela Alexidze, Lutz Bergemann (Hrsg.): Ioane Petrizi: Kommentar zur Elementatio theologica des Proklos, Amsterdam 2009, S. 37; Hans-Christian Günther: Die Übersetzungen der Elementatio Theologica des Proklos und ihre Bedeutung für den Proklostext, Leiden 2007, S. 4 Anm. 6.
  27. ↑ Michael J. B. Allen: Marsilio Ficino. In: Stephen Gersh (Hrsg.): Interpreting Proclus, Cambridge 2014, S. 353–379.
  28. ↑ Michael J. B. Allen: Marsilio Ficino. In: Stephen Gersh (Hrsg.): Interpreting Proclus, Cambridge 2014, S. 353–379, hier: 355–358; Paul Oskar Kristeller: Proclus as a Reader of Plato and Plotinus, and His Influence in the Middle Ages and in the Renaissance. In: Jean Pépin, Henri Dominique Saffrey (Hrsg.): Proclus lecteur et interprète des anciens, Paris 1987, S. 191–211, hier: 198–210; James Hankins: Plato in the Italian Renaissance, 3. Auflage, Leiden 1994, S. 441–444.
  29. ↑ Thomas Leinkauf: Francesco Patrizi. In: Stephen Gersh (Hrsg.): Interpreting Proclus, Cambridge 2014, S. 380–402; Stephen Gersh: One thousand years of Proclus. In: Stephen Gersh (Hrsg.): Interpreting Proclus, Cambridge 2014, S. 1–29, hier: 21 f.
  30. ↑ David Rabouin: Le rôle de Proclus dans les débats sur la „mathématique universelle“ à la Renaissance. In: Alain Lernould (Hrsg.): Études sur le Commentaire de Proclus au premier livre des Éléments d’Euclide, Villeneuve d’Ascq 2010, S. 217–234.
  31. ↑ Zu Keplers Proklos-Rezeption siehe Judith Veronica Field: Kepler’s Geometrical Cosmology, Chicago 1988, S. 167–171.
  32. ↑ Werner Beierwaltes: Procliana, Frankfurt 2007, S. 11, 247–253.
  33. ↑ Jay Bregman: Proclus Americanus. In: Panayiota Vassilopoulou, Stephen R. L. Clark (Hrsg.): Late Antique Epistemology, Basingstoke 2009, S. 228–249, hier: 228–234.
  34. ↑ Albrecht Dihle: Die griechische und lateinische Literatur der Kaiserzeit, München 1989, S. 502; Lucas Siorvanes: Proclus, New Haven/London 1996, S. 37 f.
  35. ↑ Jens Halfwassen: Hegel und der spätantike Neuplatonismus, Bonn 1999, S. 398.
  36. ↑ Zu Hegels Verhältnis zu Proklos siehe Jens Halfwassen: Hegel und der spätantike Neuplatonismus, Bonn 1999, S. 386–400, 411–444, 461 f.; Werner Beierwaltes: Platonismus und Idealismus, Frankfurt 1972, S. 154–187.
  37. ↑ Ludwig Feuerbach: Grundsätze der Philosophie der Zukunft. In: Feuerbach: Sämtliche Werke, 2. Auflage, Bd. 2, Stuttgart-Bad Cannstatt 1959, S. 245–320, hier: 291 (Erstveröffentlichung 1843).
  38. ↑ Arthur Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung, hrsg. von Arthur Hübscher, Bd. 2, Leipzig 1938, S. 90–92.
  39. ↑ Arthur Schopenhauer: Parerga und Paralipomena, hrsg. von Arthur Hübscher, Bd. 1, Leipzig 1938, S. 61.
  40. ↑ Eduard von Hartmann: Geschichte der Metaphysik, Bd. 1, Leipzig 1899, S. 180.
  41. ↑ Friedrich Nietzsche: Gedanken und Entwürfe zu der Betrachtung: Wir Philologen. In: Nietzsche: Gesammelte Werke, Bd. 7, München 1922, S. 198.
  42. ↑ Hermann Cohen: Logik der reinen Erkenntniss, Berlin 1902, S. 485.
  43. ↑ Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff u. a.: Die griechische und lateinische Literatur und Sprache, 3., verbesserte Auflage, Leipzig 1912, S. 282. Vgl. Michael Erler: Interpretieren als Gottesdienst. In: Gilbert Boss, Gerhard Seel (Hrsg.): Proclus et son influence, Zürich 1987, S. 179–217, hier: 180–182.
  44. ↑ Eduard Zeller: Die Philosophie der Griechen in ihrer geschichtlichen Entwicklung, Teil 3, Abteilung 2, 5. Auflage, Leipzig 1923, S. 841 f., 846, 888 f.
  45. ↑ Karl Praechter: Die Philosophie des Altertums, 12., erweiterte Auflage, Berlin 1926, S. 626.
  46. ↑ Ernst Bloch: Subjekt – Objekt. Erläuterungen zu Hegel. Erweiterte Ausgabe, Frankfurt 1962, S. 130, 357, 480.
  47. ↑ Werner Beierwaltes: Procliana, Frankfurt 2007, S. 21.
  48. ↑ Jens Halfwassen: Plotin und der Neuplatonismus, München 2004, S. 154, 156, 161.
  49. ↑ Gyburg Radke: Das Lächeln des Parmenides, Berlin 2006, S. 555.
  50. ↑ Eine Übersicht bietet Markus Schmitz: Zur Logik der henologischen Metaphysik. In: Maria Barbanti u. a. (Hrsg.): ΕΝΩΣΙΣ ΚΑΙ ΦΙΛΙΑ. Unione e amicizia. Omaggio a Francesco Romano, Catania 2002, S. 455–467.