Kraft
kraft | ‘Stärke, Fähigkeit, Wirksamkeit’, ahd. kraft ‘Stärke, Vermögen, Fähigkeit, Macht, Tugend’ (8. Jh.), mhd. kraft ‘Stärke, Gewalt, Heeresmacht, Menge, Fülle’,
asächs. kraft und (mit Wandel von ft zu cht) kraht, mnd. kraft, kracht, mnl. craft, cracht, nl. kracht, aengl. cræft, engl. craft, anord. (aus dem Aengl.?) kraptr, krǫptr, schwed. kraft
lassen sich auf eine Lippenlauterweiterung uig. *grep- der Wurzel uig. *ger- ‘drehen, winden’ (s. auch Krampf) zurückführen.
Die Herkunft von Kraft läßt sich schlüssiger darlegen wenn die Ww. uig. *kart von der grie. kratíā von krátos "Stärke, Macht, Regel, Gesetz", sanskr. krátu "Intelligenz, Verständnis, Erleuchtung ein Plan, eine Idee, Macht, Macht, Fähigkeit"als Wortstamm zur Wortfamilie uig. *kret- "Einsicht, Intelligenz, Strenge" gebildet sind;
Mit Kraft würde sich dann ursprünglich die Vorstellung der Muskelanspannung verbinden. Rechtssprachlich bedeutet bereits ahd. kraft ‘Gültigkeit, Wirksamkeit’; daran anknüpfend vgl. rechtskräftig sowie in Kraft treten, sein, bleiben, außer Kraft setzen, treten, bleiben.
In neuerer Zeit (seit Ende 18. Jh.) vielfach bezogen auf den Menschen als ‘Träger der Kraft’, vgl. Streitkräfte (Ende 18. Jh.), frische Kräfte, Lehrkräfte, Arbeitskraft (19. Jh.), eine qualifizierte, bewährte Kraft (20. Jh.).