Werk:TDPC/12.4
▷Cardinalis: Immo dicebam ipsum solem; sed non modo essendi quo hic sol est, qui non est quod esse potest. Qui enim est id quod esse potest, utique solare esse sibi non deficit; sed habet ipsum meliori essendi modo quia perfectissimo et divino. Sicut essentia manus verius esse habet in anima quam in manu, cum in anima sit vita et manus mortua non sit manus, ita de toto corpore et singulis mem|bris: ita se habet universum ad deum, excepto quod deus non est anima mundi sicut anima hominis anima est, nec forma alicuius, sed omnibus forma, quia causa efficiens, formalis seu exemplaris et finalis.
KARD: Ganz im Gegenteil sagte ich er ist Sonne; aber nicht in der Seinsweise, in der diese Sonne ist, die nicht ist was (sie) sein kann. Wer nämlich das ist was sein kann, dem geht gewiß das Sonnesein nicht ab; aber er hat es in einer besseren Seinsweise. weil in der vollkommensten und göttlichen[1]. Wie das Wesen der Hand wahreres Sein in der Seele hat als in der Hand, weil das Leben in der Seele ist[2] und eine tote Hand keine Hand ist – ebenso gilt es vom ganzen Körper und den einzelnen Gliedern ,– so verhält sich das Universum zu Gott, ausgenommen, daß Gott nicht die Weltseele[3] ist in der Weise wie die Seele des Menschen Seele ist, auch nicht Form von irgendetwas[4], sondern Form für alles, weil Wirk-, Form- oder Urbild- und Zielursache[5].
Kardinal: Freilich habe ich gesagt, Gott sei die Sonne, aber nicht nach der Seinsweise, nach der diese Sonne ist, die nicht das ist, was sie sein kann. Ihm, der alles ist, was sein kann, fehlt das Sonne-Sein gewiß nicht; er hat es vielmehr in einer besseren Seinsweise, weil in der vollkommensten und göttlichen. So hat die Seinsweise der Hand ihr Sein wahrer in der Seele als in der Hand, denn in der Seele ist das Leben und eine tote Hand ist keine Hand. Ebenso steht es mit dem ganzen Körper und den einzelnen Gliedern. In gleicher Weise verhält sich das Weltgesamt zu Gott, nur daß Gott nicht die Seele der Welt ist, wie die Seele des Menschen Seele ist, und daß er nicht die Gestalt von irgend etwas, sondern die Gestalt für alles ist. Denn er ist Wirk-, Gestalt- oder Urbild- und Ziel-Grund.