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Werk:TDPC/65.1

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▷Refert Moyses deum dixisse: Ego sum entitas, quod reperitur in libris nostris translatum – ut praedictum est –: «Ego sum qui sum Exod. 3,14..» Esse igitur quod entitas nominat nobis formarum formam. Nulli dabili formae convenit esse quod entitas nisi illi penitus abstractae et adeo perfectae quod ab omni indigentia sit libera. Potest igitur omnis forma esse perfectior quae non est absoluta entitas. Esse autem quod entitas est perfectio omnis esse et ideo omnium formarum complicatio. Unde nisi ipsa entitas daret omnibus formis esse formativum, nequaquam haberent. In omnibus igitur est divina essentia quae entitas absoluta dans omnibus esse tale quale habent. Cum autem omnia bonum appetant et nihil appetibilius ipso esse, quod de suo thesauro utique optimo emanare facit entitas absoluta, ideo deum quem entitatem nominamus solum bonum dicimus, quia ab ipso optimum donum nobis gratissimum, nostrum scilicet proprium esse, recipimus.


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Moses berichtet, daß Gott gesagt habe: Ich bin die Seinsheit. Das findet sich, wie schon erwähnt[1], in unseren Büchern übersetzt mit: »Ich bin, der ich bin.«[2] Das Sein also, das die Seinsheit ist, bezeichnet uns die Form der Formen. Keiner angebbaren Form außer jener völlig abgelösten und in dem Maße vollkommenen, daß sie von jeder Bedürftigkeit frei ist, kommt dieses Sein, das die Seinsheit ist, zu. Deshalb kann jede Form, die nicht die absolute Seinsheit ist, vollkommener sein. Das Sein aber, das die Seinsheit ist, ist die Vollkommenheit jedes Seins und daher aller Formen Einfaltung[3]. Daher: Wenn nicht diese Seinsheit selbst allen Formen das formwirkende Sein gäbe, hätten sie es auf keinerlei Weise. In allen also ist das göttliche Wesen[4], das die absolute Seinsheit ist, die allen das eben so beschaffene Sein gibt, wie sie es haben[5]. Da aber alles nach dem Guten strebt[6] und nichts erstrebenswerter ist als das Sein[7], das die absolute Seinsheit aus ihrem allerreichsten und besten[8] Schatze fließen läßt, so sagen wir, daß Gott, den wir die Seinsheit nennen, der allein Gute sei[9], weil wir von ihm die beste, uns liebste Gabe, nämlich unser eigenes Sein[10], empfangen.[11]

Moses berichtet, Gott habe gesagt: «Ich bin die Seiendheit.» Das findet sich, wie schon früher gesagt, in unseren Büchern übersetzt mit: «Ich bin, der ich bin.» Das Sein also, welches die Seiendheit ist, bezeichnet uns die Gestalt der Gestalten.  Keiner möglichen Gestalt entspricht dieses Sein, das die Seiendheit ist, außer jener völlig losgelösten und so vollkommenen, daß sie von jedem Mangel frei ist. Deshalb kann jede Gestalt, die nicht die absolute Seiendheit ist, vollkommener sein. Das Sein aber, das die Seiendheit ist, ist die Vollendung jedes Seins und darum die Einfaltung aller Gestalten. Wenn nicht die Seiendheit selbst allen Gestalten das gestaltende Sein gäbe, dann hätten sie es nicht. In allem ist also das göttliche Sein die absolute Seiendheit, die allen ein solches Sein gibt, wie sie es haben. Weil nun alle das Sein erstreben und es nichts Erstrebenswerteres gibt als das Sein, welches die absolute Seiendheit aus ihrem vollkommenen Schatz entströmen läßt, nennen wir Gott, den wir als Seiendheit bezeichnen, den allein Guten; empfangen wir doch von ihm das beste und teuerste Geschenk, unser eigenes Sein.

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