Werder
werd + -er | m. ‘Flußinsel, Land zwischen Fluß und stehendem Gewässer, trockengelegtes Land’, ahd. werid ‘erhöhtes Land im Wasser’ (8. Jh.), mhd. wert ‘Insel, Halbinsel, erhöhtes wasserfreies Land zwischen Sümpfen, Ufer’, mnl. waert, we(e)rt ‘eingedeichtes Land’, nl. waard und aengl. waroð, wearoð ‘Ufer, Gestade’ sowie die Langformen (als Reste eines alten es/os-Stammes?) mnd. werde(r), mhd. werder sind Bildungen mit Zahnlautendung (germ. -iþa-, -uþa-, mit Bindelaut erweitert aus uig. -t-, germ. *wariþa-, *waruþa-) zu der unter wehren genannten, hier erweiterten Ww. uig. *u̯er(u)-, *u̯rū- ‘verschließen, bedecken, schützen, retten, abwehren’; vgl. verwandtes aind. várūtha- ‘Schutz, Schirm’, varūtár ‘Schützer’.
Ausgangsbedeutung ist ‘umhegtes, geschütztes Land’.
Werder, seit dem 16. Jh. in der Literatursprache geläufig, ist heute durch Insel fast völlig verdrängt, aber in Ortsnamen erhalten, vgl. Werder (bei Potsdam), Rauchfangswerder, Schwanenwerder (in Berlin), Wertheim, Donauwörth.