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Werk:De ven. sap./28

aus AufEinWort, der freien Forschung
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28▷Zeno vero Stoicus deum aiebat ignis «substantiam per aërem in aquam convertisse. Et quemadmodum semen in foetu continetur, ita et serendi rationem in humore resedisse, materia scilicet ad operandum aptissime parata, a qua cetera post haec gignerentur»[1].

Oportet ut intelligas nostrum principium, scilicet posse fieri, aquam[2] et cuncta elementa et quae facta sunt praecedere, sive sint sive vivant aut intelligant. Neque hic humor – de quo Zeno – est pura aqua, etiam si aqueus. Cum enim detur aqua una purior et simplicior alia, omnis dabilis aqua purior esse potest simpliciorque. Non igitur uni elemento, sed omnibus invicem compositis posse fieri sensibilia[3] corporaliaque attribui debet. Sic enim et Stoicos sensisse tradit Laërtius. In Zenonis Citiei vita de sensibili et corruptibili mundo loquens ait mundum factum, quando ignis «substantia per aërem versa fuerat in humorem. Tunc crassior ipsius pars effecta fuit terra, porro subtilior in aërem cessit eaque magis ac magis extenuata in ignem[4] evasit; et ex his permixtis exorta esse animalia et arbores et alia genera mundanae creaturae»[5].

◀△▷

Übs. Sg.

Der Stoiker Zenon[6] sagte, Gott habe »die Substanz des Feuers über die Luft in Wasser umgewandelt. Wie der Same in der Leibesfrucht enthalten ist, so ruhe die Kraft zur Befruchtung im Feuchten, d.h. als in einem Stoff, der zum Wirken höchst geeignet ist, aus dem das Übrige nach diesen Dingen erzeugt werden kann.« Man muß begreifen, daß unser Urgrund, das Werden-Können, früher ist als Wasser, sämtliche Urstoffe und das Gewordene, ob es nun Sein, Leben oder Vernunft besitzt. Dieses Feuchte, von dem Zenon spricht, ist nicht reines Wasser, wenn es auch wasserartig ist. Da nämlich das eine Wasser reiner und einfacher sein kann als das andere, kann jedes gegebene Wasser noch reiner und einfacher sein. Nicht einem Urstoff also, sondern allen in ihrer wechselseitigen Zusammensetzung muß man das Werden-Können der wahrnehmbaren Körper zuschreiben. So haben die Stoiker nach dem Bericht des Laërtius auch gedacht. In der Lebensbeschreibung des Zenon von Kition[7] spricht er von der wahrnehmbaren und vergänglichen Welt und sagt, die Welt sei entstanden, als »die Feuersubstanz auf dem Weg über die Luft zu Feuchtigkeit umgewandelt war. Da wurde ihr dichterer Teil zu Erde, während der feinere in Luft entwich und diese mehr und mehr verdünnt in Feuer entfloh. Aus der Mischung dieser Urstoffe seien die Lebewesen und Bäume sowie die sonstigen Gattungen der irdischen Geschöpfe entsprossen.«

Übs. Dp.

Zeno, der Stoiker, sagte, daß Gott die Substanz des Feuers zuerst in Luft, dann über die Luft in Wasser verwandle. Ebenso wie der Same in der Frucht sei der Bestimmungsgrund des Keimes in der Feuchtigkeit enthalten, und zwar als Materie, die zum Wirken aufs beste geeignet ist und aus der alles übrige später entstehen kann.

Es ist notwendig, zu verstehen, daß unser Ursprungsgrund, das Werden-Können, dem Wasser, allen Elementen und allem Gewordenen vorausgeht, ob es ist, lebt oder denkt. Und jene Feuchtigkeit, von der Zeno spricht, ist nicht reines Wasser, auch wenn sie wäßrig ist. Da es nämlich immer Wasser gibt, das reiner und einfacher ist als anderes, kann alles Wasser, das es gibt, noch reiner und einfacher sein. Das Werden-Können des Sichtbaren und Körperlichen kann also nicht einem Element allein, sondern muß allem wechselseitig Zusammengesetzten zugesprochen werden.

Ebenso hätten auch die Stoiker gedacht, berichtet Laertius in der Lebensbeschreibung des Zenon von Kition, wo er über die sinnliche und vergängliche Welt spricht. Dort sagt er, daß die Welt geworden sei, indem die Substanz des Feuers sich über die Luft in Wasser verwandelte, während der dichtere Teil desselben zu Erde wurde, der dünnere dagegen als Luft entwich, und nachdem sich diese mehr und mehr verdünnt hatte, zu Feuer wurde. Aus der Mischung dieser Stoffe seien die Lebewesen und die Bäume und alle anderen Arten irdischer Geschöpfe entstanden.

  1. ↑ Diogenes Laertius VII 136 (fol. 136r).
  2. ↑ Z.5
  3. ↑ Z.10
  4. ↑ Z.15
  5. ↑ Zeno secundum Diogenem Laertium VII 141sq. (fol. 137r); VII 141 (fol. 137r).
  6. ↑
  7. ↑