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weder

aus AufEinWort, der freien Forschung
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we + der | wer + der | Bdw. ursprünglich "wer der, wer derer (wer, welcher von denen)?"

‘welcher von … (denen, da, dar, beiden, … ) und neweder "nicht, nein, keiner von … (denen, da, dar, beiden, … ) (21 Jh. ndt.);

Ahd. hwedar, wedar, mhd. weder steht ursprünglich (ugsl.) als Einleitung von Doppelfragen, vgl. mhd. weder slāfe ich oder wache? ‘Welches von beiden tue ich, schlafen oder wachen?’.

Dt. weder wird meist nur in der Verbindung weder … noch ‘nicht … und auch nicht’ (s. noch2 Bdw.), in älterer Sprache statt dessen auch weder … weder (zwei Verneinungen miteinander verbindend), mhd. weder … noch.

Ín der Wortherkunftabfolge uger. *hwaþeraz "welcher, was, wen (von zwei, beiden (erfragend)"; uwger. *hwaþar, ahd. hwedar, wedar Fw. ‘welcher (von beiden)’, Bdw. ‘ob, etwa’ (8. Jh.), nihwedar, niwedar "nichweder, nichtweder (antwortend)", ‘keiner (von beiden)’ (9. Jh.), mhd. weder ‘welcher von beiden oder mehreren’, neweder, enweder ‘keiner (von beiden)’,

asächs. hweðar ‘welcher, wer (von beiden)?’, aengl. hweþer "wer der?", ‘wer von zweien?’, ablautend aengl. hwæþer, anord. hvaðarr ‘wer von beiden’ neben hvārr ‘welcher (jeder) von beiden’, got. ƕaþar ‘wer von beiden’ ist wie aind. kataráḥ ‘welcher von zweien’, grie. póteros, ion. kóteros) ‘welcher (wer) von beiden’, lit. katràs ‘welcher von beiden’, aslaw. kotorъ, koterъ, russ. kotóryj ‘welcher’ (ursprünglich ‘welcher von zweien’) als Fragefürnamenwort mit der Endung uig. -toro-, -tero- (s. auch ander) zu dem unter wer  angegebenen Fürnamenstamm uig. *ku̯o-, *ku̯e- gebildet.

Der heutige beugende Gebrauch entwickelt sich in der Verbindung ahd. nihwedar … noh, niwedar … noh, mhd. enweder … noch (vgl. mhd. enweder übel noch guot ‘weder Schlechtes noch Gutes’, eigentlich ‘keins von beiden, Schlechtes nicht und Gutes nicht’); bereits mhd. mit abgefallener Verneinungswortglied weder … noch.

In frühnhd. Zeit ist weder auch als Steigerungswortglied ‘als’ üblich (2. Hälfte 15. Jh. bis 17. Jh.).

In zweiwertiger Denkweise, Betrachtung oder Auswahl stehen weder, entweder und was, wer, welch, welche, welchen, welchem, welcher, welches zueinander:

  • auf Erfahrung, Wissenm, Kenntniß beruhend "weder Wasser noch Sand löscht das Feuer.";
  • auf Auswahl, Vermutung, Annahme beruhend "entweder Wasser oder Sand löscht das Feuer.", "Weder Wasser noch Sand wird das Feuer löschen.";
  • auf Fragestellung beruhend "Welche Möglichkeit haben wir, das Feuer zu löschen, mit Wasser oder Sand?", "Was löscht das Feuer – Wasser oder Sand?"