artes bonae
artes bonae
Der Begriff artes bonae (lat. „die guten Künste“) ist eine antike Bezeichnung für die Sieben Freien Künste (septem artes liberales). Im Mittelalter verstand man darunter den grundlegenden Fächerkanon der höheren Bildung, der als eines „freien Mannes“ würdig galt und im Gegensatz zu den praktischen, körperlichen „mechanischen Künsten“ (artes mechanicae) stand. [1, 2, 3, 4]
Die artes bonae bzw. artes liberales waren das Fundament der mittelalterlichen Klosterschulen und Universitäten. Sie wurden in zwei Stufen unterteilt: [1, 2, 3, 4]
1. Das Trivium (die drei sprachlichen Künste)
Diese Fächer bildeten die Unterstufe und konzentrierten sich auf die Beherrschung der lateinischen Sprache und des logischen Denkens. [1, 2, 3]
- Grammatik: Die sprachliche Richtigkeit und das Lesen antiker Autoren.
- Rhetorik: Die Kunst der Beredsamkeit und das Verfassen von Texten.
- Dialektik (bzw. Logik): Die Kunst des folgerichtigen Denkens und Argumentierens. [1, 2, 3]
2. Das Quadrivium (die vier mathematisch-naturwissenschaftlichen Künste)
Nach dem erfolgreichen Abschluss des Triviums folgte diese Oberstufe, die sich mit den Zahlen und der Ordnung der Welt befasste. [1, 2, 3]
- Arithmetik: Die Zahlentheorie.
- Geometrie: Raumlehre und Vermessung.
- Musik: Musiktheorie und die mathematischen Harmonien der Sphären.
- Astronomie: Sternenkunde, die oft auch astrologische Elemente enthielt. [1, 2]
Die Absolvierung dieser sieben Fächer war die Grundvoraussetzung (Propädeutikum), um danach an den sogenannten höheren Fakultäten Theologie, Rechtswissenschaften oder Medizin studieren zu kön