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Chartres (Schule)

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Der Begriff Schule von Chartres im 12. Jahrhundert bezeichnet eine der berühmtesten Kathedralschulendes Mittelalters in Frankreich. Historisch wird der Ausdruck sowohl für die konkrete Bildungsinstitution in Chartres als auch für die wegweisende philosophische Denkrichtung verwendet, die dort im Hochmittelalter entstand.

Die wichtigsten Aspekte dieser Epoche zusammengefasst:

  • Philosophischer Schwerpunkt (Platonismus): Die Gelehrten von Chartres verbanden den christlichen Schöpfungsbericht mit der antiken Philosophie Platons (insbesondere mit dessen Dialog Timaios). Ihr Ziel war es, die Naturrationalität zu verstehen, anstatt die Welt nur rein dogmatisch oder theologische zu betrachten. [1]
  • Naturwissenschaften: Sie legten großen Wert auf die sogenannten sieben freien Künste. Neben Grammatik und Dialektik wurden intensiv Astronomie, Kosmologie, Geometrie und Physik studiert. Die Natur wurde als ein geordnetes System erforscht, das vom Schöpfer erschaffen wurde. [1, 2]
  • Berühmte Gelehrte: Die Blütezeit der Schule wurde von Denkern wie Bernhard von Chartres, Wilhelm von Conches, Thierry von Chartres und Gilbert de la Porrée geprägt. [1, 2]
  • Das berühmte Zitat der "Riesen": Ein zentrales Sinnbild der Schule stammt von Bernhard von Chartres. Es besagt, dass die Gelehrten der Gegenwart wie Zwerge auf den Schultern von Riesen (den antiken Denkern) stünden, um noch weiter sehen zu können. []
  • Wegbereiter der Wissenschaft: Die Schule von Chartres gilt zusammen mit der Universität Paris als Wegbereiterin der Frühscholastik. Sie half dabei, neue antike und arabische wissenschaftliche Erkenntnisse ins christliche Abendland zu vermitteln