Anmerkung:PsyErkDunSco (Werner)/405:05
Qui nolebant loqui sed movebant digitum — sagt Duns Scotus von Heraklit und Cratylus unter Anspielung auf Aristot. Metaph. III, p. 1010. a, lin. 10 ff.: Ἐκ γὰρ ταύτης τῆς ὑπολήψεως (steter Fluss der Dinge) ἐξήνθησεν ἡ ἀκροτάτη δόξα τῶν εἰρημένων, ἡ τῶν φασκόντων ἡρακλειτίζειν, καὶ οἵαν Κρατύλος εἶχεν, ὃς τὸ τελευταῖον οὐθὲν ᾤετο δεῖν λέγειν, ἀλλὰ τὸν δάκτυλον ἐκίνει μόνον, καὶ Ἡρακλείτῳ ἐπετίμα εἰπόντι ὅτι δὶς τῷ αὐτῷ ποταμῷ οὐκ ἔστιν ἐμβῆναι· αὐτὸς γὰρ ᾤετο οὐδ’ ἅπαξ.
das Problem des radikalen Skeptizismus; im Druck steht fehlerhaft „Metaph. III“, nach moderner Zählung ist es Buch IV bzw. Gamma, 1010a Zeile 10–15).
Ἐκ γὰρ…: „Aus dieser Ansicht (dem steten Fluss der Dinge) erblühte nämlich die extremste der genannten Meinungen: die derjenigen, die behaupteten, ‚herakleiteisch‘ zu philosophieren. Eine solche Meinung hatte auch Kratylos, welcher am Ende der Ansicht war, man dürfe gar nichts mehr sagen, sondern bewegte nur noch den Finger. Er tadelte sogar Heraklit, weil dieser gesagt hatte, man könne nicht zweimal in denselben Fluss steigen; Kratylos selbst meinte nämlich, man könne es nicht einmal ein einziges Mal.“
Qui nolebant…: „Diejenigen, die nicht sprechen wollten, sondern nur den Finger bewegten.“