concupiscibilitas
concupiscibilitas (deutsch auch Konkupiszenz oder begehrendes Vermögen) leitet sich vom lateinischen Verb concupiscere (heftig begehren, erstreben) ab. Es handelt sich um ein abstraktes Substantiv, das im Mittelalter als Übersetzung für den aristotelisch-platonischen Begriff epithymia (das Begehren) diente. [1, 2, 3, 4]
Die Etymologie lässt sich in folgende Bausteine zerlegen: [1, 2, 3]
- con-: Ein Präfix, das hier als Verstärkung (Intensivierer) dient und eine „intensive“ oder „völlige“ Ausrichtung des Verlangens ausdrückt. [1]
- cupere: Das lateinische Verb für „wünschen“, „begehren“ oder „nach etwas streben“. [1]
- -scere: Ein Suffix, das den Beginn eines Zustands oder Prozesses markiert. Wörtlich bedeutet das Verb also: „In den Zustand des heftigen Begehrens geraten“. [1]
- -bilitas: Ein lateinisches Suffix, das die Fähigkeit, Eigenschaft oder das Vermögen zu etwas ausdrückt.[1, 2, 3]
In der scholastischen Philosophie und Theologie – besonders bei Denkern wie Thomas von Aquin oder in der Rezeption von Augustinus – bezeichnet concupiscibilitas das sinnliche Begehrungsvermögen (den appetitus concupiscibilis) als Teil der menschlichen Seele. Es ist die Kraft, die nach angenehmen, sinnlichen Gütern strebt und Dinge zurückweist, die Schmerz verursachen. Sie ist neutral und unterscheidet sich vom streitbaren oder mutigen Seelenteil, der irascibilita