Memoria (Trinität)
Erscheinungsbild
Gedächtnisgrund; Grundvermögen des Bewahrens, Sich-Habens, Bei-sich-Seins
von lat. memoria
In der Trinitätsanalogie
Die augustinische Linie lautet ungefähr:
| Trinität | Seele |
|---|---|
| Vater / erste Hypostase | memoria |
| Sohn / Verbum | intelligentia / intellectus |
| Spiritus Sanctus / amor | voluntas / amor |
Warum entspricht memoria der ersten Hypostase?
Weil sie als Grund gedacht wird, aus dem das Erkennen hervorgeht.
Die Seele besitzt sich selbst in der memoria. Aus diesem Sich-Haben entsteht das aktuelle Sich-Erkennen im intellectus. Und aus erkanntem Sein geht das Lieben / Wollen der voluntas hervor.
Also:
memoria = innerer Grundbesitz der Seele
intellectus = Entfaltung dieses Besitzes ins Erkennen
voluntas = Hinwendung / Liebe zu dem Erkannten