kreittōn
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κρείττων (kreíttōn, Neutrum κρεῖττον) ist die typisch attische Form für den Komparativ (die Steigerungsform) von Wörtern wie ἀγαθός (gut) oder κράτυς (stark) und bedeutet „stärker“, „mächtiger“, „überlegen“ oder „besser“. [1, 2]
Die etymologischen Details im Überblick:
- Ursprung und Wurzel: Das Wort stammt vom indogermanischen Stamm \(\ast kret-\) ab, der grundlegend „Stärke“ oder „Macht“ bedeutet. [1, 2]
- Indogermanische Vorform: Etymologisch geht das Wort auf die urindogermanische Form \(\ast kr{\acute{e}}ty\bar{o}s\) zurück. Von derselben Wurzel stammt auch das altgriechische Substantiv κράτος (kratos – „Macht“, „Herrschaft“) ab. [1, 2]
- Sprachlicher Wandel: Im klassischen Attisch entwickelte sich die Konsonantengruppe -ττ- aus der älteren Form -σσ-. Während die meisten anderen griechischen Dialekte (wie das Ionische oder epische Griechisch) die Form κρείσσων (kreíssōn) nutzten, hat sich im klassischen Attischen (der Sprache von Athen) die Form κρείττων durchgesetzt. [1, 2, 3]
- Bedeutungsentwicklung: Ursprünglich bedeutete das Wort physisch „stärker“ oder „mächtiger“ im Sinne von körperlicher Überlegenheit. Im klassischen Griechisch wandelte sich die Bedeutung zunehmend zum moralischen oder qualitativen „besser“ oder „vorzüglicher“. Ein bekanntes Beispiel findet sich in den Fragmenten von Heraklit: Ἁρμονίη ἀφανὴς φανερῆς κρείττων – „Verborgene Harmonie ist besser (bzw. überlegen) als die offensichtliche“