Zum Inhalt springen

Werk:Compendium/36

aus AufEinWort, der freien Forschung
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 20. Juli 2026 um 07:47 Uhr durch Nikolaos (Diskussion | Beiträge) (Klaus verschob die Seite Compendium/36 nach Werk:Compendium/36).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

▷Sentire igitur animam sensitivam, quae similitudo est intelligentiae, et speciem obiecti, quae est similitudo obiecti, requirit. Quare anima sensitiva non est intellectus, cum non sentiat sine similitudine obiecti. Intellectus enim non dependet ab aliquo, ut intelligibilia intelligat, et nullo alio a se ipso indiget instrumento, cum sit suarum actionum principium. Intelligit enim hoc complexum: ‹quodlibet est vel non est,› sine aliquo instrumento seu medio; sic et cuncta intelligibilia. Sensibilia non | intelligit, quia sensibilia et non intelligibilia. Quare[1] oportet, ut intelligibilia prius fiant, antequam intelligantur, sicut nihil sentitur, nisi sensibile fiat.

Sinnliches Empfinden erfordert also die sinnenhafte Seele, welche die Ähnlichkeit der Vernunft-Einsicht ist, und die Eigengestalt des Gegenstandes, welche die Ähnlichkeit des Gegenstandes ist. Darum ist die sinnenhafte Seele nicht das Vernunft-Denken, da sie nicht ohne die Ähnlichkeit des Gegenstandes empfindet. Das Vernunft-Denken ist nämlich nicht von irgend etwas abhängig, um das Vernünftig-Einsichtige zu erkennen, und bedarf keines – ihm gegenüber anderen – als Werkzeug, da es der Ursprung seiner Tätigkeiten ist. Es erkennt diesen Zusammenhang: «Etwas ist oder ist nicht» ohne irgendein Werkzeug oder Mittel; ebenso alles übrige Vernünftig-Erkennbare. Das Sinnliche erkennt es nicht, weil es sinnlich und nicht vernunfthaft ist. Darum müssen die vernünftig-erkennbaren Dinge zuerst werden, bevor sie eingesehen werden; so wie auch nichts sinnlich empfunden wird, wenn nicht das Sinnliche wird.◀▷

  1. ↑ fol.173v