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Werk:Compendium/40

aus AufEinWort, der freien Forschung
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▷Hinc species non est corporalis, cum agat in corpus, sed est in respectu ad corpus illud organicum spiritus formans. Et quia sentitur, erit corpus illud vivum et purum omni specie carens. Anima autem, quae est vivificans ipsum et cuius est sentire, penitus omni corpore et specie simplicior et abstractior non cognoscit, nisi attendat. Est igitur virtutis semper vivificativae et cognitivae, qua utitur, quando movetur, ut attendat. Est igitur in ipsa anima sensitiva ultra virtutem vivificativam quaedam potentia cognitiva, quasi imago sit intelligentiae, quae in nobis ipsi intelligentiae iungitur. Vides radium solis penetrare vitrum coloratum et in aere speciem coloris apparere. Splendore enim illo, qui est splendor coloris vitri, vides aerem coloratum in similitudine vitri; habet se tamen color vitri ut corpus et color aeris ut intentio et spiritus ad illum. Huius autem intentionis species adhuc subtilior et spiritualior, quia est splendor eius, sentitur in visu, scilicet in diaphano aerio vivo oculi.

Daher ist die Eigengestalt, wenn sie auf den Körper einwirkt, nicht körperlich, sondern ist im Hinblick auf jenen organischen Körper der gestaltende Geist. Und weil sie empfunden wird, muß jener lebendige Körper rein und von jeder Eigengestalt frei sein. Die Seele aber, die ihn belebt und der das Empfinden eigen ist, und die gänzlich einfacher und abstrakter ist als Körper und Eigengestalt, erkennt nicht, außer wenn sie darauf achtgibt. Sie hat eine immer belebende und erkennende Kraft, deren sie sich bedient, sobald sie sich bewegt, um zu erkennen. In der sinnenhaften Seele befindet sich also noch über die lebendigmachende Kraft hinaus eine erkennende Kraft, gleichsam als Abbild der Vernunfterkenntnis, welche in uns mit dieser verbunden ist. Du siehst, wie ein Sonnenstrahl ein farbiges Glas durchdringt, und daraufhin in der Luft die Eigengestalt der Farbe erscheint. Denn in jenem Glanz, der der Glanz der Farbe des Glases ist, siehst du die farbige Luft in Ähnlichkeit mit dem Glas; doch die Farbe des Glases verhält sich wie der Körper und die Farbe der Luft wie das Hingerichtetsein und wie der Geist zu ihm. Diese Eigengestalt, die ganz hauchfein ist – eben weil sie sein Glanz ist –, wird im Sehen wahrgenommen, d. h. im lebendigen Widerschein des Auges.◀▷