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Starker Nominalismus

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[ starker Nominalismus ]

Starker Nominalismus[1]

Als einer der Begründer des extremen Nominalismus gilt Roscelin. Seine Auffassung ist überwiegend durch seine Kritiker überliefert. Danach existieren nur Gegenstände, die mit den Sinnesorganen wahrgenommen werden können. Sie sind besonders (partikulär) und unteilbar (individuell). Begriffe dagegen – die von den Realisten als eigentlich existierend angesehen werden – seien lediglich Bezeichnungen (flatus vocis = von der Stimme erzeugter Lufthauch) und als solche nur Schall und Rauch.

Dazu gehören nach Anselm von Canterburys Kritik des Nominalismus die Farbe und die Weisheit, die vom Körper beziehungsweise von der Seele abstrahiert werden. Die Relationen zwischen den Dingen bestehen nach nominalistischer Auffassung durch die Dinge selbst. Nichts besteht aus Teilen. Deshalb gibt es keine Species. Also sind Universalien nicht real, und Logik ist nur eine Wortkunst (ars vocalis).

Eine Schlussfolgerung war, dass die Dreieinigkeit lediglich ein Begriff sei, der ein Aggregat von drei Substanzen bezeichne. Dieser „Tritheismus“ war eine eindeutig häretische Auffassung, die Roscelin auf einer Synode in Soissons 1092 auf Anselms Betreiben widerrufen musste. Roscelins Standpunkt wird auch Vokalismus genannt.