passieren
passieren | Tw. ‘vorübergehen, durchqueren, überqueren’, dann ‘angehen, erträglich sein’ (16. Jh., heute unüblich), ‘geschehen, sich ereignen’ (17. Jh.) und ‘durch ein Sieb pressen, durchseihen’ (2. Hälfte 19. Jh.), wahrscheinlich über mnl. passēren ‘durchqueren, vorbeigehen’ entlehnt (niederrhein. passeren ‘reisen’ 1477, hd. seit Anfang 16. Jh.) aus afrz. frz. passer ‘sich von einem Orte an einen anderen bewegen, durchqueren, überschreiten, vorübergehen, vergehen, durchseihen’, frz. auch ‘annehmbar, erträglich sein’ (woraus zuvor schon passen).
Das frz. Tw. setzt vlat. *passāre ‘durchschreiten, schreiten, durchgehen, gehen’ fort, eine Ableitung von lat. passus ‘Schritt’ (s. Paß1).
Die Bedeutung ‘sich ereignen’ schließt sich an reflexiv verwendetes gleichbed. mfrz. frz. se passer an. Ein vereinzelter Frühbelegspätmhd. als diser marckt passärt ‘vorübergeht, zu Ende ist’ (Oswald v. Wolkenstein) beruht wohl auf Übernahme von ital. passare (gleicher Herkunft und Semantik wie frz. passer).