Abgrund
ab-Grund | m. Abgründe,Abgründen
‘unermeßliche Tiefe, steil abfallende Gebirgsschlucht’, übertragen ‘unergründliche Tiefe, Untergang, Verderben, unüberbrückbare Kluft’, ahd. abgrunti n. (8. Jh.), abgrunt m. (um 800), mhd. abgrunde, abgründe, abgrunt n. (spätmhd. m.),
asächs. afgrundi n., mnd. afgründ(e) n., afgrunt f., mnl. afgrond m., afgrondef., nl. afgrond m., aengl. æfgrynde n.
Neben dem ursprünglichen neutralen ja-Stamm tritt das Maskulinum im Ahd. nur vereinzelt auf und setzt sich erst im 16. Jh. (in Anlehnung an Grund) durch.
Ihrer Bildungsweise nach würden die westgerm. Hptw. ebenso wie gleichbed. got. afgrundiþa ein Egsw. voraussetzen, wie es in ahd. abgrunti ‘abgründig, unermeßlich tief’ (um 800), eigentlich ‘wo der Grund weg ist, keinen Grund habend, bodenlos’, vorliegt.
Möglicherweise aber war für die ger. Vorslibenbildungen entscheidend das Vorbild von grie. ábyssos (ἄβυσσος), kirchenlat. abyssus ‘große, unermeßliche Tiefe’, auch ‘Hölle’, als dessen Übersetzung die frühen (got. ahd. aengl.) Belege erscheinen.
Abgrund steht für:
- eine tiefe Schlucht
- Abyssos, Unterwelt in der biblischen Mythologie
- Weißkirchener Abgrund, Abgrund bei Hranice in Mähren, Tschechien
- Abgrund (Roman), Roman von Robert Harris (2024)
- Polizeiruf 110: Abgrund, Fernsehfilm aus der Krimireihe Polizeiruf 110
Siehe auch: