Scholastik
scholast + ik | f. Bezeichnung für die mittelalterliche theologisch-philosophische Lehre, die kirchliche Dogmen und antike (aristotelische) Philosophie zu verbinden sucht.
Der Ausdruck ist ein Gelehrtenwort der 2. Hälfte des 18. Jhs., gebildet aus lat. scholasticus ‘zur Schule, zum Rhetorikstudium gehörend, rhetorisch’, griech. scholastikós ‘müßig, fleißig, gelehrt’; zu grie. scholázein ‘sich Zeit nehmen, Zeit, Muße für etw. haben, sich einer Sache widmen, lehren’, einer Ableitung von grie. scholḗ ‘Rast, Muße, (gelehrte) Unterhaltung, Schule’.
Mit vorverurteilenden Sinn (vgl. bereits lat. scholasticus m. ‘Lehrer, Gelehrter’, aber auch ‘Pedant’) ‘dogmatische, engstirnige Schulweisheit, Buchstabengelehrsamkeit’ (19. Jh.). Älter als das Hauptwort ist scholastisch.