Anthropologie
Erscheinungsbild
anthropolog + -ie f. ‘Wissenschaft vom Menschen und seiner Entwicklung’.
Zu griech. ánthrōpos (ἄνθρωπος) ‘Mensch’
- wird mit dem unter -logie (s. d.) behandelten Kompositionsglied,
- wohl ohne direkten Bezug auf das Adjektiv griech. anthrōpológos (ἀνθρωπολόγος) ‘über den Menschen, über Menschliches sprechend’,
- im 16. Jh. frz. anthropologie, engl.anthropology und nlat. anthropologia
- als Bezeichnung für die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Menschen gebildet.
- Nach diesen Vorbildern begegnet Anthropologie zu Anfang des 18. Jhs. im Dt.
Der Wortinhalt erfährt unterschiedliche Ausprägungen,
- die der von der jeweiligen Wissenschaftsrichtung bevorzugten Auffassung des Menschen folgen.
- Das 18. Jh. versteht darunter eine Verbindung von Physiologie, Anatomie und Psychologie,
- die von Kant („Anthropologie in pragmatischer Hinsicht“)
- um die philosophische Betrachtung des menschlichen Handelns erweitert wird.
- die von Kant („Anthropologie in pragmatischer Hinsicht“)
- Im 19. Jh. steht die naturwissenschaftliche Betrachtungsweise des Menschen
- (Anatomie, Genetik, Entwicklungsgeschichte)
- unter Einbeziehung der Ethnologie im Vordergrund.
- Zu Anfang des 20. Jhs. wird die Bezeichnung Anthropologie
- von einer speziellen philosophischen Disziplin in Anspruch genommen,
- die den Menschen aus der objektiven Realität herauslösen und als „geistiges Wesen“ in einer idealen Wirklichkeit ansiedeln will.
- von einer speziellen philosophischen Disziplin in Anspruch genommen,
- Im wesentlichen aber bleibt Anthropologie weithin auf den naturwissenschaftlichen Bereich orientiert. –