wild
wil + -d | gegenwärtig wild, ureigenen Willens sein; Die kurze Form wild (gegenüber älterem wilde) setzt sich im 16. Jh. (Luther) durch.
wilde | wild + e | Egsw. ‘nicht gezähmt, nicht veredelt, unbewohnbar, grausam, roh’, ahd. wildi, wild ‘unbebaut, ungezähmt, fremd’ (8. Jh.), mhd. wilde, wilt, auch ‘unbewohnt, wüst, abgestorben, faul, irre, unstet, untreu, sittenlos’,
asächs. wildi, mnd. wilde, mnl. wilt, welt, wilde, nl. wild, afries.wilde, aengl. wilde, engl. wild, anord. villr ‘irrend, wild’, got. wilþeis führen auf ger. *wilþija-.
Die weitere Herkunft ist ungewiß. Am ehesten vergleicht sich noch kymr. gwyllt ‘wild, wahnsinnig, schnell’, so daß uig. *ghu̯eltii̯o-, *u̯eltii̯o- angesetzt werden kann. Ein Zusammenhang mit Wald ist dagegen zweifelhaft.
wild bezieht sich auf Tiere (‘ungezähmt, freilebend’), auf Pflanzen (‘nicht angebaut, nicht veredelt’) und auf Bodenflächen (‘nicht bebaut, nicht kultiviert’), steht also im Gegensatz zu zahm und kultiviert.