Sinde
sind + e | ahd. sind ‘Weg, Richtung, Seite’, mhd. sint, auch ‘Reise, Fahrt’, die Sammelbenennung dazu Gesinde, die ‘Gesamtheit der Begleiter, Gefährten auf dem gemeinsamen Weg, auf der Reise’.
ahd. gisindi, gasindi, gisindo (9. Jh.), asächs. gisīði, mhd. mnd. gesinde, (mit Assimilation) gesinne ‘Begleitung, (Kriegs)gefolge, Dienerschaft’ (ger. *ga-sinþja-) sind Kollektivbildungen zu stark flektiertem ahd. gisind (9. Jh.), mhd. gesint, asächs. gisīð, aengl. gesīþ (ger. *ga-sinþa-) und schwach flektiertem ahd. gisindo (9. Jh.), mhd. gesinde, aengl. gesīþa, got. gasinþa, anord. sinni ‘Gefährte, Weggenosse, Gefolgs-, Dienstmann, Hausgenosse’ (ger. *ga-sinþan-).
Die Personenbezeichnung ist ein Präfixkompositum zu ahd. sind ‘Weg, Richtung, Seite’, mhd. sint, auch ‘Reise, Fahrt’, asächs. sīð, aengl. sīþ ‘Weg, Gang, Reise’, anord. sinn ‘Gang, Fahrt’, got. sinþs ‘Gang’ (ger. *sinþa-) und meint ursprünglich den, ‘der den Weg, die Reise gemeinsam mit (einem) anderen macht’, das Kollektivum Gesinde dagegen die ‘Gesamtheit der Begleiter, Gefährten auf dem gemeinsamen Weg, auf der Reise’. Zur Bildungsweise s. Bauer3, Genosse, Geselle, Gefährte; zur Etymologie des Grundworts senden. Dazu die Deminutivbildung Gesindel.