Gottebenbildlichkeit
Gott + Ebenbildlichkeit | lat. imago dei) ist eine religiöse Überlieferung, siehe z. B. die Bibel, wonach der Mensch als „Gottes Abbild und Ebenbild“ sowie als Mann und Frau geschaffen ist; je nach Urtext wird Bild, Abbild, Ebenbild in Bezug auf die Ähnlichkeit zu Gott angegeben; o benutzt der hebräische Bibel Urtext an der erwähnten Stelle das Wort „zelem“ (Abbild, Ebenbild); davon ableitend der Vergleich zu der Mensch als der' kleine Gott der Welt und Humunkulus in Goethe Faust I;
Das je Zeitalter erlangte Gottesbild zu Menschenbild bestimmen entscheidend das Schicksal der Menschen.
In der Tradition seit der Kirchenväter (1. - 7. Jh. n. Chr.) von einer verlorengegangenen Ähnlichkeit mit Gott, zugleich aber vorhandenen, innerseelischen Gottebenbildlichkeit
In der Reformation (lat. reformatio „Wiederherstellung, Erneuerung“)die Gottebenbildlichkeit infolge des Sündenfalls „verdorben“.
Seit dem Renaissance-Humanismus wird bis heute die Gottebenbildlichkeit häufig als theologische Begründung der Menschenwürde betrachtet.
Weiterhin wird der Mensch und besonders der König als Gott in seinem Handeln ähnlich betrachtet.
Die Gottebenbildlichkeit befähige den Menschen, über die Natur zu herrschen.
- Gen 1,26f EU: Dann sprach Gott: Lasst uns Menschen machen als unser Bild, uns ähnlich! Sie sollen walten über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über die ganze Erde und über alle Kriechtiere, die auf der Erde kriechen. 27Gott erschuf den Menschen als sein Bild, als Bild Gottes erschuf er ihn. Männlich und weiblich erschuf er sie.
- Gen 5,1 EU: Dies ist das Buch der Geschlechterfolge Adams: Am Tag, da Gott den Menschen erschuf, machte er ihn Gott ähnlich.
- Gen 9,6 EU: Wer Blut eines Menschen vergießt, um dieses Menschen willen wird auch sein Blut vergossen. Denn als Bild Gottes hat er den Menschen gemacht.
Siehe Gottebenbildlichkeit