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Vlies

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Vlies Vließ n. ‘Schaffell’. Das in den westgerm. Sprachen vertretene Substantiv mhd. vlius, frühnhd. vlües, vlus, mnd. vlūs, vlǖs ‘Haarbüschel, Flocke, Schaffell’, mnl. vlies, vluus, nl. vlies, aengl. flēos, engl. fleece ‘Schaffell’ (s. auch Flaus, Flausch) ist verwandt mit Flaum, wo Weiteres zu Herkunft und Verwandtschaft.

Mit niederländischen Siedlern dringt südmnl. vlies in die dt. Mundarten östlich der Elbe (Fliese). In der nhd. Literatur ist Vlies seit dem 16. Jh. bezeugt, zunächst ausschließlich mit Bezug auf den 1429 in Brügge gestifteten Orden vom Goldenen Vlies (nl. Gulden Vlies als Übersetzung von lat. aureum vellus bzw. mfrz. frz. toison d’or), der symbolisch auf das goldene Widderfell der griechischen Argonautensage zurückgreift. Formgebend für das Wort im Nhd. ist daher mnl. nl. vlies. In jüngerer Zeit bezeichnet Vlies in der Fachsprache der Schafzucht die ‘abgeschorene zusammenhängende Wolldecke des Schafs’.