Zum Inhalt springen

-ung

aus AufEinWort, der freien Forschung
Dies ist eine alte Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 20. Dezember 2023 um 19:25 Uhr durch Nikolaos (Diskussion | Beiträge). Sie kann sich erheblich von der aktuellen Version unterscheiden.

ung | un + ge | -ung, -unge, -ungen; "nicht endend", fortbestehend; von einem Dasein oder Daseinszustand ausgehend zu einem anderen hinführend, hinleitend, wandelnd, verändernd …; eher auf fortbestehendes Tun, Tätigkeit beruhender Umstand; umstand der ein Tun, eine Tätigkeit bedingt, im Gegensatz zu beispielsweise - heit, welches eher ein Haben bedingt, wie in Angelegenheit, Weisheit … und -keit, welches eher ein Sein, wie in Aufmerksamkeit, Sparsamkeit … bedingt (21. Jh. ndt.);

ger. -inga und -unga, engl. -ing

Im Gegensatz zur Hauptwortbildung mittels Grundwort verdeutlichen auf -ung endende Wörter häufig Fortbestehen eines Dasein oder Daseinszustand; Beispielsweise Grundwort leit im Wort leiten mit -ungzu Leitung wird, dem Dasein, dass ein leiten fortbestehend ist, ein Leiter als Leitung fortbestehendes leiten ermöglicht; setzt man um- davor erhalten wir umleit, umleiten, Umleiter, Umleitung, eine Leitung, die nicht den eigentlichen, unmittelbaren Weg für eine unbestimmte oder bestimmte Zeitdauer fortbestehend beibehält; (21. Jh. ndt.).

Im Althochdeutschen fand sich -ing bei Gegenständen und -unga (eher) bei Begriffen;

Als Wortanhang zur lateinischen Nachsilbe -tion ersetzt die Endung -ung dieses bei der Übersetzung von Fremdwörtern, die oft als lateinischstämmige, griechischstämmige Fachbegriffe im wissenschaftlichen und technischen Bereich verwendet werden und keine allgemeine Verbreitung in der Alltagssprache haben (16. Jh. adt.)

Im Mittelhochdeutschen wird von -unga zu -unge reduziert, wird es hauptsächlich zur Ableitung von Worten (wortableitende Begriffsbildung) eingesetzt, steht aber als Mitläufer zu anderen Wortbildungsmustern.

Die Endsilbe  ahd. -unga, mhd. -ung, -unge entwickelte sich aus den im Germanischen beilaufenden vorkommenden Endungen -inga  und -unga,

uger. *-ingō, *-ungō, uwger. -ingu, -ungu, aengl. -ing, -ung, engl. -ing, sfris. -enge, wfris. -ing, nl. -ing, nd. -ing, -ink, swd. -ing, isl. -ing

uger. *-ingō, *-ungō, *-ōngō, gleich zu *-ōną "-en" +‎ *-gō; "-ge"; möglicherweise verwandt mit lat. undus

-ung

Bedeutungen:

häufig benutztes Suffix zur Bildung von Substantiven vorwiegend aus Verben
[1] Nomen Actionis: Geschehen, Vorgang des verbalen Wortstammes
[2] Nomen Acti: tatsächlich/oft physisch existierendes Ergebnis des Vorganges [1], bei transitiven Verben das grammatische Objekt des Verbs nach vollzogener Handlung

Herkunft:

Das Suffix -ung entwickelte sich aus den im Germanischen parallel vorkommenden Endungen -inga und -unga (einen Sonderweg schlug von dort die Entwicklung des Englischen ein, die zur Verlaufsform der Verben, Bildung mit -ing, führte);
im Althochdeutschen fand sich -ing bei Konkreta und -unga (eher) bei Abstrakta;
im Mittelhochdeutschen zu -unge reduziert, wird es hauptsächlich zur Ableitung von Verben (deverbale Abstraktbildung) eingesetzt, steht aber in Konkurrenz zu anderen Wortbildungsmustern.[1]
Als Pendant zum lateinischen Suffix -tion ersetzt die Endung -ung dieses bei der Übersetzung von Fremdwörtern, die oft als griechisch-/lateinischstämmige Fachbegriffe im wissenschaftlichen und technischen Bereich verwendet werden und keine allgemeine Verbreitung in der Alltagssprache haben.[Quellen fehlen]
Im Gegensatz zur Substantivierung mittels Infinitivform des Stammverbums betonen auf -ung endende Wörter häufig das Kontinuierliche, Bestehende einer Bedeutung.[Quellen fehlen]

Sinnverwandte Wörter:

[1] -ei, Ge-, -heit, -keit, -igkeit, -niß