Null
¦∑¦ nul +l; ¦√¦ uig. ne (“nein, nicht”) + uig. ūllus “einer”
¦∅¦ “ne einer” ist keiner und Null steht daher für “keiner, keiner ist, nicht”, somit für Keiner, Keines, Nichts;
¦⊗¦ ¦↵¦ entlehnt aus uital. *oinos “eines” uital. *ne oinolos “nein, nicht eines”, aus uig. ne (“nein, nicht”) + uig. ūllus, (lat. ūnus “einer, ein ist”, ital. nulla, das auf lat. nūlla‘nichts’ (Neutr. Plur. von lat. nūllus ‘keiner’) beruht, seit der 2. Hälfte des 15. Jhs. Übersetzung von arab. ṣifr ‘Null’ (eigentlich ‘leer’, s. Ziffer). In dt. Texten zuerst in der ital.Wortgestalt Nulla (um 1500), danach Nullen Plur. (2. Hälfte 16. Jh.),Null (seit Ende 16. Jh.), daneben Noll (1. Hälfte 17. Jh.), Nulle (Anfang 18. Jh.), auch das Nullo (Anfang 17. Jh.). Aus Verwendungen in der Rechenkunst wie nulla mal 5 ist 0 (Anfang 16. Jh.) entwickelt sich null als Nummer und null als bestimmende Eigenschaft.
Null als Zahl, Nummer, Bezeichnung für die Ziffer 0, übertragen ‘Nichts, Keiner’. Die Zahl Null ist die Anzahl der Elemente in einer leeren Ansammlung von Objekten, mathematisch gesprochen die Kardinalität der leeren Menge. Null bezeichnet in der Mathematik je nach Kontext verschiedenartig definierte Objekte, die jedoch oft miteinander identifiziert werden können, d. h. als dasselbe Objekt angesehen, das verschiedene miteinander kompatible Eigenschaften vereint.
Null als bestimmende Eigenschaft ‘ungültig, nichts’, zuerst in der rechtssprachlichen Formel null und nichtig ‘rechtlich ungültig’ (1. Hälfte 16. Jh.), entlehnt aus lat. nūllus‘keiner’. Danach null (‘unbedeutend, nichtssagend’) sein, werden (18. Jh.); nur selten beifügend.