gleich
g- + leich | Egsw. an sich nur der äußeren Erscheinung nach dasselbe, gleich ist scheinbar gleich (21. Jh. ndt.); ‘dieselbe Gestalt habend’; ‘ähnlich, "wie der, das Andere, glatt, passend’; ‘in allen oder (wesentlichen) Merkmalen übereinstimmend, ähnlich, der-, die-, dasselbe’, Ustw. ‘sofort, auf einmal’,
ahd. gilīh Adj., gilīhho Adv. (beide 8. Jh.), mhd. g'e'līch, g'līch, -lich Egsw.., g'e'līche, glīche Ustw..,
asächs. gilīk Egsw.., gilīko Ustw., mnd. g'e'līk, g'līk mnl. ghelijc, nl. gelijk, aengl. ge'līc, līc engl. like, anord. g'līkr, līkr got. galeiks
beruhen auf einer Zusammensetzung ger. *ga-līka- aus dem unter ge- behandelten Vorsilbe und ger. *līka- ‘Leiche, Gestalt, Leib, Körper’ (s. Leiche, -lich, Leiche wurde erst spät im Sprachgebrauch für Verstorbene verwendet und durch den Begriff Körper verdrängt), so daß von einer Bedeutung ‘dieselbe Gestalt, äußere Erscheinung habend’ auszugehen ist.
Eigentschaftlicher Gebrauch von ger.*līka- im Sinne von ‘ähnlich, gleich, glatt, passend’ setzen ahd. līhhēn, gilīhhēn (8. Jh.), mhd. gelīchen ‘gefallen’ mit asächs. līkon, mnl. ghelīken, aengl. līcian, engl. to like, anord. līka, got. leikan, galeikan voraus.
Außergerm. vergleichbar sind lit. lýgus ‘gleich, gleichartig, gut gebaut’, lýgti ‘gleichen, gleichkommen’, lett. līgt ‘übereinkommen’, so daß auf Grund der ger.-balt. 'Entsprechungen von uig. *lē̌ig- bzw. *lē̌ig- ‘Gestalt, die Gestalt jmds. habend, gleich, ähnlich’ ausgegangen werden kann;Ww. uig. *leyg-, *lē̌ig- bzw. *lē̌ig- ‘Leiche, Gestalt, die Gestalt jmds. habend, gleich, ähnlich’;