mehr
meh + -r | vergleichend viel und sehr; drückt aus, dass vergleichend Dasein über ein bestimmtes, anderes Maß, eine Menge, ein Ausmaß, Umfang oder Ähnlichem hinausgeht und so ein gesteigertes Sein, Tun, Haben, Werden besteht (21. Jh. ndt.); Gegenwort zu minder, wenig;
ahd. mēro, mēra Egsw., mēr Ustw. (8. Jh.), mhd. mēr Ustw., mēre Ustw., asächs. mēro Ustw., mēr Ustw., mnd. mēr, seltener mēre, mē Egsw. Ustw., mnl. mēre Egsw., meer Ustw., nl. meer,
afries. mār, mēr, mā, mē, aengl. māra Egsw., mā Ustw., engl. more, anord. meiri Egsw., meir Ustw., schwed. mer(a), got. maiza Egsw., mais Ustw. (ger. *maiz-)
sind mit der schwundstufigen Wortform uig. -is- (got. -iz-, ahd. -ir-) des Vergleichstufenendung uig. -i̯es-, -i̯os- zur gleichfalls schwundstufigen Form der Ww. ie. *mē- ‘groß, ansehnlich’ gebildet, zu der auch air. māu und sehr wahrscheinlich osk. mais ‘mehr’ sowie meist und mit anderer Ablautstufe Märchen (s. d. weitere Verwandte) gehören.
Im Ahd. entwickeln sich Steigerungsformen, die ahd. mēr als summierend voraussetzen und dazu einen neue Vergleichstufenwort ahd. mēriro, mhd. mērer, mērre ‘größer, bedeutender, weiter’, nhd. mehrere.
¦√¦ ie. *mē- ‘viel, groß, ansehnlich’ ;
¦↵¦ uger. *maizô; germ. *maiz-; ahd. mēro, mēra Egsw., mēr Ustw. (8. Jh.), mhd. mēr Egsw., ;