Krise
¦∑¦ kris + e;
¦∅¦ ursprünglich Meinung, Beurteilung, Entscheidung, Auswahl; entscheidende Wendung; früher auch ‘Urteil, Gericht’;
¦⊕¦ Daseinszustand, in dem anteilig ein Mangel oder Überflus zu einer gefährdenden Unausgewogenheit führte, eine Angleichung bedingt notwendig ist und dazu in Bezug auf Anteile und Angemessenheit zur Widerherstellung der Angemessenheit getroffen werden müssen; Versagen in der Auslegung von Kritik und auf Kritik hin angemessene Entscheidungen zu treffen und Maßnahmen auszuführen; Vorstufe zum Krieg;
¦⊗¦ wird (Anfang 16. Jh.) in die medizinische Wissenschaftssprache aus lat. crisis entlehnt ‘Höhepunkt, Wendepunkt einer Krankheit’, Krisis, Crisis ‘rascher Fieberabfall bei Infektionskrankheiten’; dann ‘entscheidender Punkt, Höhepunkt einer gefahrvollen Entwicklung, schwierige Lage’; Unter dem Einfluß von frz. crise wird der Ausdruck zu Crise eingedeutscht (18. Jh.) und im Sinne von ‘Entscheidungs-, Wendepunkt, schwierige, gefährliche Lage’ auf wirtschaftliche und politische Zustände übertragen.
¦√¦ uig. *krey- "trennen, teilen, scheiden"; in der Wortfamilie sind kritisch, Kritik und auch Krieg zuzuordnen;
¦↵¦ uig. *kri-n-ye-; uhel. *kríňňō; zu griech. krínō, krī́nein ‘scheiden, trennen, auswählen, entscheiden, (ver)urteilen, anklagen’; griech. krísis ‘Entscheidung, entscheidende Wendung von Krankheiten’, auch ‘Urteil, Gericht’; lat. crisis; frz. crise; dt. Crise, Krise (um 1900).
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Krise f. ‘entscheidender Punkt, Höhepunkt einer gefahrvollen Entwicklung, schwierige Lage’, in der Medizin Krisis, Crisis‘rascher Fieberabfall bei Infektionskrankheiten’, zuvor ‘Höhepunkt, Wendepunkt einer Krankheit’. Lat. crisis, griech. krísis (κρίσις) ‘Entscheidung, entscheidende Wendung von Krankheiten’, auch ‘Urteil, Gericht’, zu griech. krī́nein (κρίνειν) ‘scheiden, trennen, auswählen, entscheiden, (ver)urteilen, anklagen’, wird (Anfang 16. Jh.) in die medizinische Wissenschaftssprache entlehnt. Unter dem Einfluß von frz. crise wird der Ausdruck zu Crise eingedeutscht (18. Jh.) und im Sinne von ‘Entscheidungs-, Wendepunkt, schwierige, gefährliche Lage’ auf wirtschaftliche und politische Zustände übertragen. kriseln Vb. in unpersönlicher Verwendung es kriselt ‘eine kritische Situation macht sich bemerkbar, eine Krise droht’ (um 1900).
From Latin crisis, from Ancient Greek κρίσις (krísis, “a separating, power of distinguishing, decision, choice, election, judgment, dispute”), from κρίνω (krínō, “pick out, choose, decide, judge”).
From Proto-Hellenic *kríňňō, from Proto-Indo-European *kri-n-ye-, from *krey-. Cognates include English rinse, Latin cernō (“I separate, discern”), and Welsh gogrynu.
The root of the verb was originally short, but the Attic–Ionic–Doric present tense κρῑ́νω (krī́nō) has a long ῑ (ī) because the vowel of the root was compensatorily lengthenedafter the shortening of Proto-Hellenic *ňň, and the aorist ἔκρῑνᾰ (ékrīna) has long ῑ (ī) because of compensatory lengthening after the loss of the aorist tense-marker /s/ in the original form /ekrin-sa/. The Aeolic present κρῐ́ννω (krínnō) and aorist ἔκρῐννε (ékrinne) have a short ῐ (i) and doubled νν (nn) because the consonant ν (n) was compensatorily lengthened instead of the vowel.
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