Wahrnehmung
¦∑¦ wahr + nehm + ung;
¦∅¦ über die Sinne, Sinnesorgane oder übersinnlich räumlich zeitliches Geschehen bemerken, erkennen, erfassen;
¦⊕¦ mittelhochdeutsch "war nemen", je ein h durch Gelehrte fälschlich eingefügt;
wahrnehmen erfolgt indirekt über das Vernehmen des Dasein; das Dasein kann nur über Sinne vernommen werden so daß die Sinne zwischen dem Dasein und dem Vernehmen stehen, das Vernehmen erst körperlich-gedanklich über das Unbewußtsein und bei Worten über in Angleichung mit dem Eigenwörterbuch verarbeitet wird, bevor es als Warnehmung bewusst verfügbar ist;
¦√¦ uig. *wer- “über etwas gewahr (bewußt) werden, beachten, wachsam hüten”; uig. *u̯er(e)- ‘achtgeben, gewahren’; uig. *nem- "nehmen";
¦↵¦ ‘durch Sinnesorgane zur Kenntnis nehmen, bemerken’, ahd. wara neman (10. Jh.), mhd. war nemen ‘achtgeben, seine Aufmerksamkeit auf etw. richten, sich umsehen, gewahr werden’ enthält als ersten Bestandteil das unter wahren (eigentlich waren) angegebene Substantiv ahd. wara f., mhd. war(e) ‘Wahrnehmung, Beobachtung, Aufmerksamkeit, Obhut’; vgl. auch asächs. wara niman, mnl. wāre nēmen. Aus der Fügung entsteht im Nhd. ein trennbar zusammengesetztes Verb (vgl. auch nl. waarnemen). Die heutige Verwendung ‘durch Sinnesorgane zur Kenntnis nehmen, bemerken’ entwickelt sich bereits in mhd. Zeit und drängt vom 16. Jh. an die Bedeutung ‘achtgeben’ zurück.