Gewarsein
¦∅¦ Zustand sich über ein Dasein bewusst zu sein;
¦⊕¦ da Gewarsein immer ein Auszug aus dem Gesamtbewußtsein ist, es sich auf ein bestimmtes Dasein bezieht, ist es weder mit Bewußtheit noch mit Aufmerksamkeit gleichzusetzen, wenn es als begrenzte, abgrenzende oder einbeziehende Bewußtheit zu begreifen ist, somit diese bewusst gehalten wird;
¦⊗¦ engl. awareness – mit Awareness (englisch; deutsch „Bewußtsein“ oder „Gewarsein“, auch übersetzt als „Bewußtheit“, zur Betonung der aktiven Haltung, ferner auch „Aufmerksamkeit“)
¦√¦ uig. war;
¦↵¦ engl. wieder erneut als Lehnübersetzung 20. Jahrhundert in der Psychologie zu awareness, aware + -ness, wobei es ein althochdeutsches Wort in unveränderter Wortbedeutung ist, dem eine Vielfalt von Begriffbedeutungen zugefügt wurden.
Mit Awareness (englisch; deutsch „Bewusstsein“ oder „Gewahrsein“, auch übersetzt als „Bewusstheit“, zur Betonung der aktiven Haltung, ferner auch „Aufmerksamkeit“) kann gemeint sein:
- im Marketing: die einem Konsumenten bekannten Produkte/Marken; siehe Awareness Set
- in der Informatik:
- das Bewusstsein einer Anwendung eines Computers für alle Eigenschaften ihrer Umgebung; siehe Kontextsensitivität (Informatik) (Context Awareness)
- In der Medizin: Eine traumatisierende Komplikation bei einer Operation, bei der der Patient aus der Vollnarkose aufwacht, sich allerdings nicht bemerkbar machen kann und dabei die Operation mitbekommt (siehe Intraoperative Wachheit).
- in der Gestalttherapie: sowohl eine absichtslose, aktive, innere Haltung der Aufmerksamkeit/Achtsamkeit, als auch eine mehr gerichtete Form der Aufmerksamkeit/Achtsamkeit, die sich auf alle Phänomene der Wahrnehmung und des Erlebens bezieht
- in der Psychologie verbunden mit Aufmerksamkeit: Awareness (Psychologie)
Siehe auch:
Artikel Wikipedia Gestaltthearpie zu Gewahrsein Im Mittelpunkt der gestalttherapeutischen Methode steht die Entwicklung und Verfeinerung des Gewahrseins (deutsche Übersetzung oft auch: Bewusstheit; der englische Begriff lautet „awareness“) aller gerade vorhandenen und zugänglichen Gefühle, Empfindungen und Verhaltensweisen des Klienten. Der Klient soll dadurch in die Lage versetzt werden, seine Kontaktstörungen, die ihn daran hindern, mit seiner Umwelt in einen befriedigenden Austausch zu treten, als solche zu erkennen und zu erleben. Über die Reaktivierung emotionaler Bedürfnisse und der Wahrnehmung derselben soll es dem Klienten ermöglicht werden, seine Kontaktstörung zu überwinden.
Bewusstheit bzw. Gewahrsein kann sowohl eine absichtslose, aktive, innere Haltung der Aufmerksamkeit/Achtsamkeit als auch eine mehr gerichtete Form der Aufmerksamkeit/Achtsamkeit bezeichnen und sich auf alle Phänomene der Wahrnehmung und des Erlebens richten. Daraus folgt eines der wichtigsten Arbeitsprinzipien der Gestalttherapie, das Prinzip des Hier-und-Jetzt: Die gegenwärtige Situation, auch die zwischen Klient und Therapeut, wird als der entscheidende „Ort“ betrachtet, wo Veränderung geschieht. Vergangenheit und Zukunft kommen auch in dieser gegenwärtigen Situation ins Spiel: z. B. als Erinnerung oder als Planung. Methodisch geschieht die Förderung des Gewahrseins u. a. durch die direkte Rückmeldung des Therapeuten oder durch den Einsatz von Übungen oder von Experimenten, die aus der konkreten Therapiesituation heraus entwickelt werden.