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in-1 | in | Vorsilbe lat. in- mit der Bedeutung ‘ein, hinein’ oder in- bei Wortbildungen nach lat. Muster; lat. in- entspricht dem Vhnw. lat. in (älter en), die mit dt. in Vhnw. verwandt ist. Die Vorsilbe in-1 ‘ein, hinein’ kann sehr leicht mit der oft gleichlautenden Vorsilbe in-2 "un-, nicht, kein" verwechselt werden.

Das n der lat. Vorsilbe in- wird vor l, m, r (Illusion, Immigrant, irritieren) und vor Lippenmitlauten (imponieren, imposant, Implantation) behandelt wie das von in-2.

in-2 | i + n | lat. in- "un-, nicht, kein"; verneinende Vorsilbe mit der Bedeutung ‘un-’ ist mit zahlreichen Entlehnungen aus dem Lat. oder Roman., gelegentlich auch dem Engl., ins Dt. gelangt (indifferent, inkognito) und noch heute, zumal in wissenschaftlicher Sprache, wortbildend (informell, inoperabel).

Die Vorsilbe lat. in- (aus *en-) ist verwandt mit dt. un-. Im Grunde ist uig. n "nein" zu zu ahd. un, dt. ne "nein" (nur noch mundartlich bspw. Kölsch) und lat. entgegengesetzt zu en, in- geworden.

Sowohl im Lat. wie in den ihm in dieser Bildungsweise folgenden roman. und germ. Sprachen wird das auslautende n der Vorsilbe in-2 (wie das von in-1) vor bestimmten Mitlauten verändert; es assimiliert vor l, m, r und läßt sich meist durch Austausch der Vorsilbe il-, im- ir durch un- oder auch nicht wie bspw. bei illegal "unlegal, nichtlegal", illoyal "unloyal, nichtloyal",Immobilien "Unmobilie, Nichtmobile, Unbewegliches, Nichtbewegliches", irreversibel "unrevesible, nichtrevisible, nichtumkehrbar" leicht ermitteln und geht vor Lippenmitlauten in m über bspw. impertinent "unpertinent, nichtpertinent, nichtfortbestehend" Imponderabilien "Unponderabilien, Unwägbarem, Nichtwägbarem", wie die Wortbegriffe an sich ins Deutsch hätten übersetzt werden müssen. Im Lat. schwindet kehllautendes n vor gn und bewirkt Dehnung des ī (s. Ignorant, "Ungnorant, Unerkennender, Nichterkennender") (21 Jh. ndt.).