Zum Inhalt springen

-icht

aus AufEinWort, der freien Forschung
Dies ist eine alte Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 24. Dezember 2023 um 16:29 Uhr durch Nikolaos (Diskussion | Beiträge). Sie kann sich erheblich von der aktuellen Version unterscheiden.

-ich + -t

-Icht (1)[1]

1. -Icht[2],
  • eine Ableitungssylbe für Hauptwörter, ein Collectivum, mehrere Dinge Einer Art als ein Ganzes, zu bezeichnen.
    • Das Getreidicht, im Oberd. für das Getreide;
    • das Kehricht, Feilicht, Spühlicht
    • u.s.f.
  • Ingleichen den Ort, wo ein Ding Eine Art in Menge befindlich ist,
    • wie die Lat. auf -etum.
      • Das Geröhricht, arundinetum,
      • das Eichicht, quercetum,
      • das Gemöhricht,
      • das Geweidicht oder Weidicht, salicetum,
      • das Dickicht, ein mit Bäumen dick bewachsener Ort in einem Walde,
      • das Dornicht, dumetum,
      • das Äckericht, wo viele Äckern, d.i. Eicheln wachsen
      • u.s.f.
    • welche Wörter doch nur im gemeinen Leben, besonders Oberdeutschlandes, üblich sind,
      • wo diese Endung bald ich, bald igt, bald acht und achten lautet.
      • Ein Sumpf oder Riedachten, Bluntschli.
      • Das Pöschach an den Wassern, das Büschicht, fruticetum, in der Braunschweig.
      • Waldordnung von 1598.
  • Es scheinet, daß diese Ableitungssylbe mit der Lat. -etum, welche nur den Hauchlaut weggeworfen haben, zu dem alten Zeitworte eigen, Griech. εχειν, gehöre, von welchem Eht, bey dem Kero, Habe, Vermögen, eine Vielheit bedeutet. S. Eigen und -Ig, welches im gemeinen Leben ift igt lautet.
  • Diejenigen Wörter, wo die Endsylbe icht keine bloße Ableitungssylbe ist, sondern zum Stamme gehöret, wie Pflicht, Gedicht, Gesicht, Gericht, Gicht, Gewicht, Licht, u.s.f. gehören nicht hierher.
  1. ↑ Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 2. Leipzig 1796, S. 1350. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000247693 Lizenz: Gemeinfrei Faksimiles: 1350 Kategorien: Lexikalischer Artikel
  2. ↑ [1350]