Artikulation
Erscheinungsbild
lat. articulātiō + -n | Artikulat + -ion | f. ‘deutliche, gegliederte Aussprache, Lautbildung’; nur fachsprachlich bzw. veraltet sind Verwendungen wie ‘Abgrenzung der Töne gegeneinander’ (Musik), ‘Gelenk’ (Anatomie), ‘Stellung der Zahnreihen zueinander’ (Zahnmedizin). Entlehnt (vereinzelt 17. Jh., geläufig seit 2. Hälfte 18. Jh.) aus lat. articulātio (Wesfall articulātiōnis) ‘Knotenansatz’ (an Bäumen), spätlat. ‘gegliederter Vortrag’.
Artikulation
Bedeutungen:
- [1] Linguistik: Bildung von Lauten mit Hilfe der Artikulationsorgane
- [2] Musik: die Differenzierung der Tonerzeugung beim Singen und Musizieren
- [3] Graphentheorie: ein Knoten eines Graphen mit bestimmten Eigenschaften
- [4] Didaktik: die zeitliche Gliederung von Unterrichtsstunden oder Lernprozessen
- [5] Zahnmedizin: die Kaubewegungen des Unterkiefers
- [6] Kunst, Architektur: eine Methode zur Gestaltung der Verbindungen in den formalen Elementen
Herkunft:
- im 17. Jahrhundert von lateinisch articulātio → la entlehnt[1]
- Ableitung vom Stamm von artikulieren mit dem Ableitungsmorphem -ation
Synonyme:
- [1] Akzent, Aussprache, Betonung, Diktion, Redestil, Sprechweise, Stimme, Tonfall
- [3] Gelenkpunkt
Oberbegriffe:
- [1] Phonetik
Unterbegriffe:
Beispiele:
- [1] Die korrekte Artikulation von Nasalvokalen fällt manchem schwer.
- [1] „Die Karten des Projekts belegten eindrucksvoll, wie viele Faktoren bei der Artikulation eine Rolle spielen: nationale Grenzen genauso wie regionale; aber auch der lautliche Kontext, die Häufigkeit eines Wortes, Wortartenunterschiede und die einzelnen Erhebungssituationen beeinflussen die Aussprache.“[2]
- [1] „Viele anscheinend ungewöhnliche Artikulationen können auf frühere Entwicklungsstufen rückverfolgt werden.“[3]
- [2] Die musikalische Artikulation beschreibt, wie mehrere aufeinanderfolgende Töne phrasiert werden.
- [3] Eine Artikulation ist im mathematischen Sinne der Knoten eines Graphen, dessen Entfernen die Anzahl der zusammenhängenden Teilgraphen erhöhen würde.
- [4] Der Lehrer sollte nicht auf ein Artikulationsschema zurückgreifen, sondern seine eigene Artikulation vornehmen.
- [5]
- [6]
Wortbildungen: