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l

Phö. 12 𐤋 lamd, Lamed

Ara. 12 ל Lamed

Gri. 11 Λ, λ Lambda (λάμβδα)

Etr.

Lat. 12 L, l

Rune 21. ᛚ laguz „Wasser, See“ oder laukaz „Lauch“ l

Dt. 12 L, l

  • Ursprung
    • Lamed ist ein Konsonant, der sich vermutlich von der Darstellung eines Hirtenstabes oder Zepters herleitet. Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Lambda. Lateinische Entsprechung: L.
    • Die Etrusker übernahmen von den Griechen noch die archaische Form mit Ansatz und verwendeten sie weiter. Diese Form wurde auch von den Römern übernommen. Nachdem die Schreibrichtung des Lateinischen wechselte, wurde das L nach rechts orientiert, ansonsten aber ohne Änderungen beibehalten.
    • „… ein laut der mit l und den nasalen m und n zusammen die gruppe der flüssigen (semivocales) bildet. es ist die jüngere modification des r-lautes, weshalb wir sehen, dasz ihm in den urverwandten sprachen theils, und zwar in der europäischen gruppe derselben, ein l, theils, in den asiatischen gliedern, die hier den ältern laut bewahrten, vielfach ein r entspricht…“ – Grimmsches Wörterbuch[1]
      • Heute wird bezweifelt, dass das r statt l in den östlichen (bei Grimm: „asiatischen“) indogermanischen Sprachen den älteren Lautstand widerspiegelt und sich somit im Indogermanischen das l aus r entwickelt habe. Laut Hans Krahe (Indogermanische Sprachwissenschaft. 6. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 1985, S. 87) ist vielmehr umgekehrt das indogermanische l im Altindischen zu r geworden.
    • Laguz (ᛚ) ist die einundzwanzigste Rune des älteren Futhark und die fünfzehnte Rune des altnordischen Runenalphabets[1] mit dem Lautwert l. Der rekonstruierte urgermanische Name bedeutet „Wasser“ oder „See“.[2] Er erscheint in den Runengedichten als altnordisch lǫgr, altenglisch lagu bzw. gotisch laaz.[3]
  • Verwendung
    • L ist ein tönender Gleite- oder Fließlaut (eine Liquida), ein Sonorant und als solcher so nahe mit den Vokalen verwandt, dass er sogar wie ein Vokal silbenbildend auftreten kann, beispielsweise in dem deutschen Wort Handel (sprich handl). Im Bairischen wird es auch so geschrieben: z. B. Seidl. Man kann je nach Stellung der Zunge Folgendes unterscheiden:
      • Das dentale oder alveolare l ist im Deutschen und den meisten Sprachen die gewöhnlichste Art des l. Wie das entsprechende r wird es einfach durch Anlegung der Zungenspitze an das hintere Zahnfleisch der Oberzähne (Zahnfächern) gebildet. Man kann zwischen einem hellen und einem dunklen l unterscheiden. Ein helles l entsteht durch Palatalisierung, während ein dunkles l durch Velarisierung gebildet werden kann.
      • Das dorsale oder mouillierte l wird durch Annäherung des Zungenrückens an den harten Gaumen mit gleichzeitiger Herabbiegung der Zungenspitze gebildet, ihm tönt ein j nach. Dieses l findet sich im Spanischen als ll (beispielsweise in Melilla oder in Llano), im Italienischen als gl, im Portugiesischen als lh. Im Slawischen entspricht dieser Laut der weichen Variante des Lautes l.
    • Allen Arten des „l“ ist gemeinsam, dass die Zungenspitze den Mund nach vorne zu in der Mitte absperrt, genau wie bei der Bildung von „d“ und „t“, während die Luft seitwärts an den beiden Wangen entlang vorbeistreicht.
    • In Spanish, ⟨ll⟩ represents [ʎ], [j], [ʝ], [ɟʝ], or [ʃ], depending on dialect.
    • The ancient grammarians and dramatists give evidence to the pronunciation as [laːbdaː] (λάβδα) in Classical Greek times.
    • siehe Verwendung Lambda

l, L

[1] L, der zwölfte Buchstab des Deutschen Alphabetes, welcher der zweyte unter den Zungenbuchstaben ist, und entstehet, wenn unter der Ausstoßung des Hauches der vordere Theil der Zunge an die obere Reihe Zähne geleget wird. Er ist zugleich der erste unter den so genannten flüssigen Buchstaben, welche von andern Halblaute genannt werden. Daß er als ein solcher, wenn er am Ende einer Sylbe einfach stehet, und folglich einen gedehnten Selbstlaut vor sich hat, oft noch ein h annimmt, ist schon bey diesem Buchstaben bemerket worden. S. H 2.

L und r, zwey sehr nahe verwandte Buchstaben, werden in allen Sprachen sehr häufig mit einander verwechselt; eine Anmerkung, welche bey der Ableitung der Wörter nicht aus den Augen gesetzet werden darf. So sagen die Franzosen für Ulmus, Orme, die Italiäner, Franzosen und Deutsche für Peregrinus, Pelegrino, Pelerin, Pilgrim, die mittlern Lateiner für Herberge, Alberga, die Deutschen für Prunum, Pflaume, die Schweizer für Kirche, Kilche u.s.f. Ja selbst im Hochdeutschen werden von einigen Balbier und Barbier, Brocken und Blocksberg, Schrittschuhe und Schlittschuhe, Masern und Maseln u.s.f. fast ohne Unterschied gebraucht. S. auch die Endsylben -el und -er, welche sehr häufig für einander gesetzt werden. Es gibt Personen, ja ganze Völkerschaften, welchen das r auszusprechen unmöglich ist, und diese pflegen alsdann gern ein l an dessen Statt hören zu lassen. S. Lallen.

Da dieser Buchstab seiner Natur nach sehr leicht auszusprechen ist, so schleicht er sich besonders im Niedersächsischen sehr häufig in manche Wörter ein, ohne daß man einen andern Grund angeben kann, als etwa die Annehmlichkeit der Aussprache. Man sagt daselbst Sadeltied, und zusammen gezogen Saeltied für Sadetied, Saatzeit, Sieldöre, für Sieddöre, Seitenthüre, Schadeltied, Schaeltied, für Schadetied, Leichzeit u.s.f.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 2. Leipzig 1796, S. 1853.
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