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x

aus AufEinWort, der freien Forschung
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Phö. 15 𐤎 semk, Samech

Ara. 15 ס Samech (Umschrift s)

Gri. 14 Ξ, ξ Xi (ξῖ)

Etr. kein X

Lat. 24 X, x

Rune

Dt. 24 X, x

  • Ursprung
    • Samech ist ein Konsonant, der sich vermutlich von der Darstellung eines Stützpfeilers oder einer (Wirbel-)Säule herleitet. Im Griechischen wurden daraus die Buchstaben Xi und Chi. Lateinische Entsprechung: X.
    • Über die Herkunft des Zeichens gibt es mehrere Meinungen: Er könnte einen Stützpfeiler symbolisieren oder aber das Gerippe eines Fisches. Deutlich ist, dass das Zeichen Ξ für die ostgriechische Konsonantenverbindung Ksi sich davon ableitet. Es steht an derselben Stelle im Alphabet und trägt denselben Zahlenwert, nämlich 60.
    • In Ancient Greek, 'Χ' and 'Ψ' were among several variants of the same letter, used originally for /kʰ/ and later, in western areas such as Arcadia, as a simplification of the digraph 'ΧΣ' for /ks/. In the end, more conservative eastern forms became the standard of Classical Greek, and thus 'Χ' (Chi) stood for /kʰ/ (later /x/; palatalized to [ç] in Modern Greek before front vowels). However, the Etruscans had taken over 'Χ' from western Greek, and it therefore stands for /ks/ in Etruscan and Latin.
    • Das heutige Graphem Xi hat seinen Ursprung im phönizischen Schriftzeichen Samech, das [s] gesprochen wurde. Vom Samech stammt außerdem der griechische Buchstabe Chi (X) ab. Der Name jedoch wurde auf das vom Schin stammende Sigma (Σ) übertragen. Das Xi wurde allerdings erst später als andere phönizische Buchstaben in Griechenland übernommen und fand auch nicht Eingang in alle Dialekte.
      • The letter 'Χ' ~ 'Ψ' for /kʰ/ was a Greek addition to the alphabet, placed after the Semitic letters along with phi 'Φ' for /pʰ/.
      • Der lateinische Buchstabe X ist wahrscheinlich gleich den im Etruskischen nicht benötigten Zeichen B D O über das in Süditalien (Magna Graecia) heimische Westgriechisch eingewandert. Vorbild für das Zeichen des Buchstabens ist das westgriechische Ksi, welches – im Unterschied zum bis heute bekannten ostgriechischen Ξ – X-förmig aussah.[4] Dass dieses X-Zeichen im Ostgriechischen und zu klassischer Zeit im Hochattischen den Lautwert /kh/ oder /x/ hatte, hat mit dem interdialektischen Lautwechsel von /s/ zu /h/ (vgl. septem – ἑπτά hepta), also ksi – khi – chi zu tun.
      • Both in classical Ancient Greek and in Modern Greek, the letter Ξ represents the sound [ks]. In some archaic local variants of the Greek alphabet, this letter was missing. Instead, especially in the dialects of most of the Greek mainland and Euboea, the sound [ks] was represented by Χ (which in classical Greek is chi, used for /kʰ/). Because this variant of the Greek alphabet was used in Italy, the Latin alphabet borrowed Χ rather than Ξ as the Latin letter X.
    • Unsere Zeichentradition setzt im Westgriechischen ungefähr 800 v. Chr. an. Anders dagegen die Lauttradition: Im phönizischen Alphabet taucht mit dem Samech oder auch Samek das erste Mal das Ka in der Nähe des Es im Namen des Buchstabens auf, der aber noch den Lautwert [s] hatte.
    • Im uns bekannten hochklassischen attischen Alphabet hat das Samech insofern wahrscheinlich zwei Nachkommen:
      • einmal als Chi, das zu Beginn für den Lautwert [ks] stand
      • und dann zum [x] hin entwickelt wurde.
      • Bei der Schreibung des Chi wurden die waagrechten Balken mit der Zeit weniger stark betont und der Buchstabe bekam seine X-Form.
      • Im Ostgriechischen änderte sich bei einigen Wörtern der Lautwert des Chi bis zur klassischen Antike allerdings zu einem behauchten K [kʰ] – im Neugriechischen wurde daraus der Laut [x].
    • Der zweite Nachkomme ist dann das Xi, das vorher mit dem nun für das Chi verwendeten X-förmigen Zeichen geschrieben wurde, so dass ein neues Zeichen notwendig wurde. Dazu griff man auf das Samech zurück und führte es als Buchstabe Ξ von neuem ein. Beim Xi wurde mit der Zeit der senkrechte Strich des Samech weggelassen.
    • Anders als im Osten wurde der X-artige Buchstabe im Westen weiterhin für den Lautwert [ks] verwendet, wenn auch unter dem neuen Namen Xi.
    • Dass wir „iks“ sagen und nicht „ksi“, hat mit Marcus Terentius Varro zu tun.
      • Bis zu seiner Zeit buchstabierte man a, be, ke, de, e, fe, ge, ha, i, ka, le, me, ne, o, pe, qu, re, se, te, v (u), xe.
      • Varro teilte die Laute in mutae (stumme Laute) und semivocales (Halbvokale) und bestimmte in seinem Werk De lingua latina, dass die Halbvokale (l, m, n, f, s, r) mit anlautendem e gesprochen werden sollten, der Rest aber den alten Namen behalten solle.
      • Das lateinische X mit dem Lautwert [ks] wurde wohl wegen des enthaltenen s zu den Semivokalen gerechnet und erhielt demzufolge ein e vorangestellt („eks“). Unter dem späteren Einfluss des i aus dem griechischen Xi („ksi“) wurde der Anlaut dann zu einem i („iks“).
  • Verwendung
    • Er bezeichnet die Verbindung der beiden Konsonanten [k] und [s], also [ks]. Die Römer übernahmen das Alphabet von den Griechen in seiner westgriechischen Form. Hier hatte der Buchstabe X den Lautwert [ks], im Gegensatz zum Ostgriechischen, wo er [kʰ] lautete.
    • X ist außerdem die römische Ziffer mit dem Dezimalwert 10.
    • Der Buchstabe X darf nicht verwechselt werden mit dem Zeichen [x] der internationalen Lautschrift, das den sogenannten ach-Laut (wie in dem deutschen Wort 'ach') bezeichnet.
    • Aussprache wie „ch“ in „ach“
    • siehe Aussprache
    • Im Französischen ist „x“ am Wortende stumm (Ausnahmen sind six und dix [s], wenn sie allein stehen), ansonsten steht es für /(g)z/.
    • In Kurzwörtern, die aus dem Englischen abgeleitet sind, steht „X“ für das Präfix „ex-“ (Aussprache /ɪks/ oder /ɛks/, zum Beispiel in „Xtreme“ oder „Xtra“), zuweilen auch für „Christ-“ (z. B. „X-mas“ für „Christmas“; vgl. Christusmonogramm), oder, da seine Form an ein Kreuz erinnert, für „cross-“ (zum Beispiel „X-ing“ für „crossing“).
    • In nordeuropäischen und lateinisch geschriebenen slawischen Sprachen wird historisches x heutzutage zumeist in ks aufgelöst, z. B. Dänisch „Sakskøbing“, Schwedisch „eksempel“, Polnisch „eksport“.
    • in der Regel in Gleichungen für die unbekannte Größe als Variable, desgleichen in Aussagen der Logik – dies lässt sich aus dem arabischen شيء / šaiʾ ‚Sache‘ ableiten, das al-Chwarizmi und Omar Chajjam für eine unbekannte Größe verwendet haben und das in altspanischer Umschrift mit x wiedergegeben wurde.[5]
    • Obwohl es dafür ein eigenes Zeichen × gibt, wird das Zeichen x gelegentlich auch als Malzeichen (Symbol für die Multiplikation) verwendet, insbesondere handschriftlich oder wo der Malpunkt (a·b) nicht zur Verfügung steht. Beispiel: 4 x 100-m-Staffel für 4 × 100-m-Staffel. In naturwissenschaftlichem Kontext sollte diese Verwendung vermieden werden, um Verwechslungen mit der Variablen x zu vermeiden, dazu gibt es ein zweites Malzeichen, den mittig gestellten Punkt ‚⋅‘. Da das Multiplikationszeichen im Italienischen als per ausgesprochen wird, wird das Zeichen x in der informellen geschriebenen Sprache auch verwendet, um per zu ersetzen. Beispiele: xché statt perché, xò statt però.
    • In mathematics, x is commonly used as the name for an independent variable or unknown value. The modern tradition of using x to represent an unknown was introduced by René Descartes in La Géométrie (1637).[6] As a result of its use in algebra, X is often used to represent unknowns in other circumstances (e.g. X-rays, Generation X, The X-Files, and The Man from Planet X; see also Malcolm X).
    • Häufig werden mit „X“ auch besonders geheimnisvolle oder unerforschte Dinge bezeichnet
    • [ks] or [ɡz]

X [1]

[2] X,
  • der vier und zwanzigste Buchstab des Deutschen Alphabetes,
  • und der neunzehnte unter den Consonanten,
    • welcher aber keinen einfachen,
    • sondern einen zusammen gesetzten Laut bezeichnet,
    • und wie ks ausgesprochen wird.
  • Die Figur desselben
    • ist aus zwey Lateinischen c zusammen gesetzt,
    • doch so, daß in der größern, oder Capital-Schrift
      • die beyden c mit dem Rücken an einander stoßen,
      • in der kleinern Schrift aber über einander gesetzt werden,
      • etwa so, woraus in der eckigen Schrift die Figur unsers heutigen x entstanden ist.
  • Wir haben diesen Buchstaben,
    • nebst allen übrigen aus der Lateinischen Schrift erhalten,
    • machen aber nur einen sehr eingeschränkten Gebrauch davon,
    • indem sich kein Deutsches Wort
      • so wenig mit diesem Buchstab,
      • als mit dessen Laute ks, anfängt,
      • es auch in der Mitte und am Ende nur sehr selten gebraucht wird,
        • nehmlich nur alsdann, wenn die Abstammung dunkel ist,
        • und man nicht weiß, ob man dessen Laut in ks, chs, oder gs auflösen soll,
          • denn auch diese beyden letztern werden oft als ks gesprochen.
      • Man schreibt es daher nur in
        • Axt, Kux, und Hexe,
        • weil es in diesen Wörtern dunkel ist,
          • welchen Gaumenlaut man vor dem s setzen soll.
        • Eidexe und Axe werden richtiger Eidechse und Achse geschrieben,
          • weil hier der Bau erweislicher ist,
          • wie bey diesen Wörtern bereits angemerket worden.
        • Buchsbaum und Buxbaum sind beynahe gleich üblich;
        • der Dachs, flugs, die Büchse, sechs, die Flechse, der Luchs, u.s.f.
          • werden nie mit einem x geschrieben.
  1. ↑ Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 4. Leipzig 1801, S. 1639-1640. Permalink: http://www.zeno.org/nid/2000054339X; Lizenz: Gemeinfrei; Faksimiles: 1639 | 1640; Kategorien: Lexikalischer Artikel
  2. ↑ [1639]