Naturwissenschaftsgeschichte
Geschichte der Naturwissenschaften
<figcaption>Flammarions Holzstich(1888): Der Mensch erblickt das neue Weltbild jenseits der Himmelssphären</figcaption></figure>Die Geschichte der Naturwissenschaften umfasst die Entwicklung der
empirischen und systematischen Erforschung der Naturvon der Frühgeschichte bis zur Gegenwart. Zu ihr gehört auch das gesellschaftliche Umfeld, in dem Wissenschaft praktiziert wurde, der Transfer von Wissen in andere Kontexte und ihre Wirkung auf die Gesellschaft.
Das menschliche
Erkennender
Naturführte oft zu einem Verwenden der Natur (
Naturbeherrschung). Das Potential dazu nahm im Laufe der
Geschichtestark zu – somit verstärkte sich auch die Einschätzung eines
Fortschrittesin der Naturerkenntnis. Aus einem solchen Erfolgsbewusstsein heraus wird Geschichte geschrieben; historische Reflexion ist somit an sich schon ein Indiz für das Bewusstsein, auf dem betreffenden Gebiet viel erreicht zu haben. Die dementsprechende Darstellung konzentrierte sich auf richtig/falsch/erster – d. h. welche Sichtweise war richtig oder falsch (jeweils aus heutiger Einschätzung), wer erkannte etwas schon oder noch nicht, und vor allem: Wer war der erste (
Priorität). Eine solche geradlinige Darstellung wird heute als zu vereinfachend kritisiert.
Im Rahmen der
Wissenschaftsgeschichtebedeutet
Entdeckenein
Vermitteln: Der Entdecker erfasst das Neue an dem von ihm Beobachteten oder theoretisch Erschlossenen, und er
veröffentlichtdas von ihm Erkannte, macht es somit der Mitwelt zugänglich. So gilt z. B. für Europäer nicht der erste Mensch, der vor Jahrtausenden Amerika betrat, als
Entdecker Amerikas, sondern derjenige, durch den die Existenz Amerikas den Europäern bekannt wurde.
[1]