Zum Inhalt springen

Wickel

aus AufEinWort, der freien Forschung
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 26. Januar 2024 um 21:48 Uhr durch Nikolaos (Diskussion | Beiträge).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

wick + -el | m.f.

  • ‘abzuspinnendes, um den Rocken gewundenes Faserbündel’,
  • allgemein ‘Gewickeltes, was gewickelt wird und was zum Wickeln dient’ (15. Jh.),
  • besonders ‘Rolle, auf die etw. gewickelt wird’
    • (vgl. Haar-, Lockenwickel, -wickler),
  • ‘feuchter Umschlag um Körperteile’ (17. Jh.),
    • ahd. wickilī(n) (10. Jh.), wickel (Hs. 12. Jh.),
    • mhd. wickel n. ‘Faserbündel um den Rocken’
      • (Übersetzungswort für lat. pēnsum, begrifflich ‘die einer Spinnerin zur täglichen Verarbeitung zugewogene Wollmenge’, s. Pensum wörtlich-sinngemäß 'das pendelnd herunterhängende Etwas, oft ein Gewicht).
    • Dieses stellt sich wie Wieche zu der unter Wachs angegebenen Ww. uig. *u̯eg- ‘weben, knüpfen, Gewebe, Gespinst’.
    • Aus dem mhd. wickel, wickelin,
    • aus dem ahd. wickilī, wickilīn,
    • Diminutiv des ahd. wiohha,
      • aus dem uwger. *weukā „Flachsbündel, Docht“, aus uig. *weg- „Weben".
    • Das maskuline Genus von Wickel entwickelt sich (17. Jh.) in Anlehnung an maskuline Gerätebezeichnungen auf el- (vgl. Flegel, Griffel, Schlüssel).
    • In fester Wendung beim, am Wickel haben, kriegen, nehmen ‘am Kragen, Schopf fassen’ (19. Jh.),
      • wohl zu Wickel in der Bedeutung ‘um den (Männer)zopf gewundenes Band’ (Wickelband).